Analyse
Die Partie im Detail
GM Christian Bauer (FRA, 2561) vs GM Mihajlo Stojanovic (SRB, 2413) · ½-½
Brett 2, SG Zürich gegen ASK Réti · Damengambit, Abtauschvariante, System Reschewski (D36) · 90 Minuten für 40 Züge, dann 30 Minuten, plus 30 Sekunden pro Zug
Von Bogner AI Coach KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Brett 2 in Zürich, siebte Runde, ASK Réti beim Tabellenführer. Gegenüber sitzt Christian Bauer, 2561, der höchstbewertete Spieler dieses Matches, und Zürich hat auf allen acht Brettern den höheren Wert. Wer vor der Runde die Paarungen anschaut, rechnet an diesem Brett mit nichts. Ein halber Punkt hier nimmt der Mannschaft genau das Brett aus der Rechnung, an dem sie nach den Zahlen am meisten abgeben müsste, und er ist für die Bretter weiter unten die Zahl, mit der sie arbeiten dürfen.
Es wurde ein halber Punkt, und eine Zeit lang war mehr drin. Nach dem 28. Zug von Weiss war Schwarz der bessere Teil, mit einer Minute und zwanzig Sekunden auf der Uhr, und ein Zug im 29. Zug gab die Hälfte davon zurück.
Zwanzig Minuten für 10...Sbd7
Damengambit, Abtauschvariante: Bauer nimmt mit die Spannung aus dem Zentrum und spielt die Struktur statt der Initiative. Mit , dann steht das System Reschewski auf dem Brett, der Läufer bleibt auf der Diagonale nach h7, und mit dem Zug nach ist das Buch zu Ende.
ist der Zug, den hier die meisten machen, und er ist genau so gut wie : zwischen den beiden liegt nichts. Stojanovic braucht dafür 20 Minuten 42, mit 1:05:49 auf der Uhr nach dem Zug, während Bauer noch 1:27:42 hat. Für kommen 9 Minuten 34 dazu. Der Springer steht auf e4 aktiv, und die Alternativen sind Geschmackssache, aber eine halbe Stunde ist für zwei Züge weg, in denen keine Entscheidung steckte.
Wie eng das auf dem Brett schon ist, zeigt der 15. Zug. greift den Springer auf e4 an, und der hat genau ein Feld: . Alles andere kostet Material, zum Beispiel , und am Ende der Abtauschserie hat Weiss eine Figur für einen Bauern. Der Zug ist also keine Leistung, sondern Pflicht, und er lag schon in der Stellung, als der Springer nach e4 ging. Wer eine bekannte Struktur spielt, sollte die Bedenkzeit dort ausgeben, wo sich die Bauern noch ändern können, und nicht bei dem Zug, bei dem beide Möglichkeiten gleich gut sind.
GM Christian Bauer (FRA, 2561)
GM Mihajlo Stojanovic (SRB, 2413)
Der Springer braucht drei Züge nach e6
dauert 16 Minuten 40, mit 29:10 auf der Uhr nach dem Zug, und das ist der zweite grosse Posten. Der Zug ist in Ordnung und nur nicht der beste: und sind etwa einen Fünftelbauern mehr wert, was man als Unterschied kaum spürt. Teuer war nicht der Zug, teuer war die Zeit. Nach , weitere 7 Minuten 23, bleiben 22:17, und nach dem 20. Zug stehen 8:56 gegen 34:54.
Gekauft hat er mit der Zeit einen Plan, und der Plan geht auf. ist der Befreiungszug und der beste Zug der Stellung, und er ist nicht der, den die meisten hier wählen. bringt den Läufer ins Spiel, der im Abtausch-Damengambit immer das Problemstück von Schwarz ist. ist die dritte Station des Springers nach f6 und g5; auf e6 greift er d4 an, deckt c5 und schaut auf f4. Die meisten Spieler stellen hier einen Turm nach e8. Sehr gut gespielt, und ab dem 21. Zug ist die Stellung ausgeglichen.
Dann kommt der Läufer dazu: und , mit der Idee, die weissfeldrigen Läufer zu tauschen und damit die letzte Sorge der Eröffnung vom Brett zu nehmen. Das macht Bauer gut: Er weicht aus, und , und spielt gegen die Felder statt gegen die Figuren. Ab hier ist das Rating nicht mehr das Thema: Die Struktur ist symmetrisch, der bessere Plan liegt bei Schwarz, und was Weiss mehr hat, sind 26 Minuten. Im Abtausch-Damengambit ist der Läufer auf c8 die Sorge von Schwarz, der Weg b7-c6-b5 ist die Antwort darauf, und er kostet drei Züge, die man einplanen muss.
GM Christian Bauer (FRA, 2561)
GM Mihajlo Stojanovic (SRB, 2413)
28.Da5 nach sieben Sekunden
kostet 5 Minuten 30 und lässt 1:10 übrig. Ab hier spielt Stojanovic die Partie auf dem Inkrement, mit einer bis zwei Minuten auf der Uhr, und man sieht es den nächsten Zügen an. geht nach drei Sekunden aufs Brett, mit 1:37 nach dem Zug; genauer war , denn nach kommt , das beste Feld für diesen Springer, das Bauer in vier Minuten findet. Ein Viertelbauer, nicht mehr, aber es ist der Preis der Uhr. folgt nach zwei Sekunden.
nimmt den letzten Bauern aus dem Zentrum, und es steht wieder gleich. Dann nach sieben Sekunden. Die Dame greift den Läufer auf b5 an, aber sie verlässt die Mitte, und das ist hier der Unterschied: Mit wäre es ausgeglichen geblieben, nach ist Schwarz um knapp einen halben Bauern der bessere Teil.
ist der einzige Zug, der das festhält. Die Dame deckt von c6 den Läufer auf b5 und stützt den Bauern auf d5, und dieser Bauer ist der ganze Punkt. Die Alternativen geben alles sofort zurück, stellt die Stellung wieder gleich, und fast niemand auf diesem Niveau schaut sich überhaupt an. Er spielt ihn nach 1 Minute 27, mit 1:21 auf der Uhr nach dem Zug. Von den Zügen, bei denen wirklich etwas zu entscheiden war, ist das der beste der Partie. Wenn die gegnerische Dame die Mitte verlässt, lohnt der Zug, der die eigenen losen Figuren und das eigene Bauernzentrum zusammenhält, und nicht der, der etwas nimmt.
GM Christian Bauer (FRA, 2561)
GM Mihajlo Stojanovic (SRB, 2413)
29...d4 war der Zug
Bauer spielt nach 2 Minuten 13, mit 13:20 auf der Uhr nach dem Zug, und dieser Durchbruch braucht eine Antwort. Sie heisst . Der Bauer geht am weissen e-Bauern vorbei, ist danach frei und wird vom Bauern auf c5 gedeckt: , und Schwarz steht etwa zwei Drittel eines Bauern besser. Die Idee lag schon zwei Züge vorher da, sie war die natürliche Antwort auf e4, seit der Bauer auf c5 stand.
Gespielt wurde , nach 36 Sekunden, mit 1:15 auf der Uhr nach dem Zug. Das ist der Zug, der den Durchbruch von Weiss arbeiten lässt: , die Damen sind weg, das Zentrum ist aufgelöst, und vom Vorteil bleibt etwa ein Drittel eines Bauern, also die Hälfte. Ein Fehler im Sinne von Materialverlust ist das nicht, und Weiss hatte nach auch nichts Besseres als den Damentausch. Es ist eine Konzession, und sie ist objektiv falsch: war doppelt so viel wert.
Aus praktischer Sicht ist der menschliche Zug. Mit 75 Sekunden auf der Uhr, gegen einen Gegner mit 13 Minuten, tauscht man die Damen und geht in ein Endspiel, in dem nichts passieren kann. Vermutlich hat er in diesem Moment nicht mehr nach dem Bauernzug gesucht, sondern nach dem sichersten Weg zum halben Punkt. Falsch bleibt er, und die Regel bleibt auch: Ein freier Bauer in der Mitte, von einem eigenen Bauern gedeckt, ist mehr wert als ein Damentausch, der alles sicher macht. Zwei Züge später derselbe Punkt: hält den Rest, kommt nach 1 Minute 29 mit 44 Sekunden auf der Uhr, und danach ist nichts mehr da. Die Arbeit hat von da an Bauer: kostet ihn 7 Minuten 24, seine längste Überlegung seit dem 20. Zug, und mit wäre sofort alles vom Brett gewesen. Nach wird remis gegeben, Weiss mit 2:22, Schwarz mit 1:12.
GM Christian Bauer (FRA, 2561)
GM Mihajlo Stojanovic (SRB, 2413)
Fazit
Ein halber Punkt mit Schwarz gegen den höchstbewerteten Spieler des Matches, in einer Partie, in der Schwarz nie mehr als einen Viertelbauern schlechter stand und vier Züge lang der bessere Teil war, ist an Brett 2 ein gutes Resultat, und Bauer ist der stärkste Gegner, den Stojanovic in dieser Saison hatte. Mehr war drin, und das Mehr liegt nicht im 29. Zug allein: 20 Minuten 42 im 10. und 16 Minuten 40 im 16. Zug sind 37 Minuten für zwei Stellungen, in denen nichts zu entscheiden war, und sie fehlten im 29., als eine Entscheidung anstand. Das Learning: In einer ruhigen Struktur zahlt man die Bedenkzeit in der Stellung zurück, die wirklich eine Frage stellt, und ein gedeckter Freibauer im Zentrum ist keine Komplikation, sondern der Vorteil selbst. Das Match ging mit 5,5 zu 2,5 an Zürich; für die Mannschaft war das hier das Brett, an dem nichts verloren ging, und für ihn der beste halbe Punkt der Saison und einer, der ein ganzer hätte werden können.
Züge
½-½
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