Analyse
Die Partie im Detail
IM Anthony Petkidis (GER, 2427) vs FM Matthias Gantner (SUI, 2282) · 1-0
Brett 6, ASK Réti gegen SG Zürich · Englisch, Symmetrische Variante, Vier Springer (A35) · 90 Minuten für 40 Züge, dann 30 Minuten, plus 30 Sekunden pro Zug
Von Bogner AI Coach KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Brett 6, ASK Réti gegen die SG Zürich, siebte Runde. Zürich führt die Tabelle an, und in diesem Match sitzt auf allen acht Brettern der höher bewertete Spieler auf der Zürcher Seite. An Brett 6 ist das Anthony Petkidis, 2427, hundertfünfundvierzig Punkte über Matthias Gantner, der Schwarz hat. Ein halber Punkt gegen einen Internationalen Meister ist die Zahl, mit der die anderen sieben Bretter gegen den Tabellenführer rechnen dürfen.
Zweiundvierzig Züge lang stand die Partie gleich, zehn davon hat Gantner mit Sekunden auf der Uhr gehalten. Verloren hat er sie an einem Zug, und der kam, als er wieder Zeit hatte.
Im achten Zug sind die Damen weg
Englisch, symmetrisch, vier Springer, und im fünften Zug fällt die erste echte Entscheidung. Statt mit abzutauschen, schiebt Gantner vorbei: .
Die Wahl steckt in . ist genauso gut und lässt den Bauern auf d7 stehen, und solange der dort steht, ist die d-Linie zu und die Damen bleiben auf dem Brett. Gantner nimmt mit dem d-Bauern, öffnet die Linie und erzwingt damit den Abtausch. Ein deutlich stärkerer Gegner bezahlt seinen Vorsprung in Angriffen; ohne Damen muss er technisch gewinnen, und das dauert.
bringt den König dorthin, wo ihn das Endspiel braucht, und damit ist die Stellung fertig: nichts zu verteidigen, nichts zu bereuen. Gegen einen stärkeren Gegner wählt man nicht die Stellung mit den meisten Chancen, sondern die mit den wenigsten Schwächen.
IM Anthony Petkidis (GER, 2427)
FM Matthias Gantner (SUI, 2282)
Fünfzehn Minuten für 13...Lg4
kostet 15 Minuten 38, die längste Überlegung der Partie, und lässt 57:06 auf der Uhr nach dem Zug. ging in einem Zug dorthin. Nach steht der Läufer dann doch auf f5, und h3 hat Weiss nichts gekostet. Beide Wege sind etwa gleich viel wert, es ist also kein Fehler, sondern ein schlechter Wechselkurs: eine Viertelstunde für ein Feld, das in einem Zug erreichbar war.
Aus der Hand gegeben hat er die Partie damit nicht, denn Petkidis dachte selbst lange: Nach dem 20. Zug stand es 39:12 gegen 35:11 für Gantner. Auch und waren mit 8 Minuten 21 und 6 Minuten 57 teuer, und verschenkt hat keiner dieser Züge etwas.
legt die Partie dann fest: , und weg sind ein Turmpaar, der weisse Läufer und der schwarze Springer. und waren objektiv eine Nuance besser, weil sie mehr Figuren behalten. Praktisch ist die Abwicklung richtig: Mit weniger Figuren kann der stärkere Spieler weniger anstellen. Nur muss man wissen, wohin, und hier war es ein Turmendspiel mit je einem Turm und je sieben Bauern, in dem für beide nichts drin ist.
IM Anthony Petkidis (GER, 2427)
FM Matthias Gantner (SUI, 2282)
Zehn Züge auf unter fünf Minuten
Petkidis versucht, wofür die Stellung Platz hat: , , , dann und hinter die schwarzen Bauern. Mehr gab sie nicht her, und dass er es probiert hat, ist ihm anzurechnen. Gantner brauchte 9 Minuten 20 für und 11 Minuten 03 für und hatte danach 9:21 gegen 17:26 beim Gegner.
Von Zug 30 an war er unter fünf Minuten, und vier seiner letzten sechs Züge vor der Kontrolle fielen mit unter zwei Minuten auf der Uhr nach dem Zug: mit 1:43, mit 1:52, mit 1:55, mit 1:07. Petkidis stand ab seinem 35. Zug selbst unter fünf Minuten, nach dem 40. hatte er 2:07. Die Stellung stand trotzdem gleich, und unter eine Minute ist keiner von beiden gekommen.
Bei war da: , Weiss nimmt f7, Schwarz steht einen Bauern hinten, mit dem Turm auf a1 hinter den weissen Bauern, und die Stellung ist ausgeglichen. kostete einen Fünftelbauern und blieb spielbar. In Zeitnot greift die Hand zu den Zügen, die alles decken; im Turmendspiel zählen die, die den eigenen Turm freistellen. Dieselbe Wahl kommt im 42. Zug zurück, dort ohne zweiten Zug, der hält.
IM Anthony Petkidis (GER, 2427)
FM Matthias Gantner (SUI, 2282)
42...Tc7
Mit dem 41. Zug kommt die halbe Stunde dazu, 18:55 für Schwarz und 23:48 für Weiss, und nach steht die Frage sauber da. Es hält genau ein Zug: , weil der Turm von d4 aus c4 und e4 gleichzeitig angreift. Weiter geht es : einen Bauern hinten, hinter den weissen Bauern, ausgeglichen.
kam nach 6 Minuten 45, mit 12:40 auf der Uhr nach dem Zug. Das ist ein taktischer Fehler. Von c7 deckt der Turm c5 und f7 und greift nichts an, und damit funktioniert der weisse Durchbruch im Zentrum genau so, wie er gedacht ist: Nach steht Schwarz klar schlechter, gut zwei Bauern. Menschlich ist der Zug zu verstehen, findet hier fast niemand, weil er f7 kampflos hergibt. Falsch bleibt er, und er hat die Partie entschieden.
Petkidis hat nicht gefunden. Nach 2 Minuten 13 spielte er , und fast alles war wieder weg: Nach gibt Schwarz a4 her, holt sich a2 und steht einen Drittelbauern schlechter. Gantner spielte nach 1 Minute 10 , mit 12:00 nach dem Zug. Das wählt auf diesem Niveau fast jeder Zweite, der König deckt den Bauern, und verloren geht er trotzdem: , nur hat der Turm diesmal nichts dafür bekommen. Verwertet hat Petkidis sauber, , , , und nach war nichts zu halten. Im Turmendspiel ist der aktive Turm mehr wert als der Bauer, den er deckt; fällt der Bauer sowieso, ist die Frage nur, was man dafür bekommt.
IM Anthony Petkidis (GER, 2427)
FM Matthias Gantner (SUI, 2282)
Fazit
Zweiundvierzig Züge gegen einen Internationalen Meister mit hundertfünfundvierzig Punkten mehr, zehn davon mit Sekunden auf der Uhr, und die Stellung stand die ganze Zeit gleich: Das ist die Leistung eines Spielers, der an Brett 6 richtig sitzt. Verloren ist der halbe Punkt nicht an der Uhr, denn die halbe Stunde war längst dazugekommen. Das Learning steckt dreimal in derselben Figur: Im Turmendspiel entscheidet nicht, was der Turm deckt, sondern was er angreift, und , und waren alle drei derselbe Zug. Dazu das, was diese Partie von Anfang an richtig gemacht hat: Gegen einen stärkeren Gegner tauscht man früh die Damen, weil sein Vorsprung in Angriffen bezahlt wird. Für die Mannschaft war es eine der drei Niederlagen beim 2,5 zu 5,5 gegen den Tabellenführer, für Gantner ein halber Punkt, den er sich erarbeitet und dann weggegeben hat.
Züge
1-0
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