GM Rauf Mamedov (AZE, 2631) vs IM Fabian Bänziger (SUI, 2426) · ½-½
Brett 4, Schweiz gegen Aserbaidschan · Französisch, Tarrasch-Variante, Offenes System, Euwe-Keres-Variante (C07)
Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
An Brett 4 sass Fabian Bänziger, Internationaler Meister mit 2426, mit Schwarz gegen Rauf Mamedov, Elo 2631. Zweihundert Punkte Unterschied, und das ist die Konstellation, in der die meisten Partien nach dem Muster ablaufen: Der Stärkere baut Druck auf, der Schwächere hält dreissig Züge und bricht im 35. ein.
Diese Partie lief anders. Fabian wählte die Tarrasch-Variante der Französischen Verteidigung, spielte einen Läuferzug, den auf diesem Niveau praktisch niemand spielt, gewann im 23. Zug einen Bauern und stand kurz davor, die Partie in die Hand zu nehmen. Der Moment ging vorbei, die Stellung glich sich aus, und am Ende stand ein Remis durch Zugwiederholung. Ein halber Punkt gegen 2631, und eine Partie, aus der man mehr lernt als aus manchem Sieg.
Der Läufer, der nicht schlägt: 13...Lh2+
Weiss hat gerade gespielt und greift den Läufer d6 an. Auf diesem Niveau schlagen praktisch alle Spieler zurück, , und das ist völlig normal: Man nimmt den Bauern, der einen angreift, und fertig. Nur ist es nicht der beste Zug, und der Unterschied ist grösser, als er aussieht: Nach wird der Springer f6 vertrieben, Weiss holt den Bauern mit Zinsen zurück und steht fast zwei Bauern besser.
Fabian spielt , und das ist ein kleines Kunstwerk. Der Läufer geht mit Schach in die Ecke, der weisse König muss mit antworten, und danach kommt . Ergebnis: Der Läufer steht jetzt auf f4, wo er besser steht als auf d6, der weisse König steht auf h1 statt auf g1, und Schwarz hat das alles mit Tempo erreicht. Der Bauer c5 bleibt stehen, aber er ist dort auch nicht gefährlich, er ist vor allem selbst ein Angriffsobjekt.
Das ist ein Zug, den man nicht findet, wenn man nur auf die angegriffene Figur schaut. Man findet ihn, wenn man fragt: Wohin will diese Figur eigentlich? Der Läufer wollte nie nach c5, er wollte nach f4, und der Umweg über h2 kostet nichts, weil er mit Schach geht.
Nehmen Sie das mit: Wenn eine Ihrer Figuren angegriffen wird, ist Schlagen nur eine von mehreren Antworten. Die anderen heissen wegziehen, decken, gegenangreifen. Fragen Sie jedes Mal zuerst, auf welchem Feld die Figur am liebsten stünde, und suchen Sie erst dann den Weg dorthin. Nach hatte Schwarz das Zentrum geöffnet und stand angenehm.
GM Rauf Mamedov (AZE, 2631)
IM Fabian Bänziger (SUI, 2426)
Ein Bauer mehr, und die verpasste Gelegenheit
Mit hat Fabian einen Bauern genommen, und das war richtig: Der beste Zug der Stellung, und Schwarz steht danach etwa einen halben Bauern besser. Der Haken ist im Diagramm zu sehen: Der Läufer auf a2 steht weit weg vom Geschehen, und Weiss hat mit einen Springer ins Zentrum gestellt.
Jetzt kam , und das ist die eine Ungenauigkeit dieser Partie. Richtig war , ein Zug, den man nicht suchen muss, weil er sich anbietet: Der Läufer verlässt die Ecke, stellt sich ins Zentrum, greift den Springer e5 nicht an, aber er steht endlich sicher. Nach ist das Material zwar wieder gleich, aber der Läufer beherrscht von d5 aus das Brett, der Bauer c5 bleibt schwach, und Schwarz steht gut einen halben Bauern besser, mit Schwarz gegen einen 2631er.
Nach greift die weisse Dame plötzlich a2 und c6 gleichzeitig an, und der Vorteil ist weg. Das ist keine Katastrophe, es ist die normale Art, wie ein kleiner Vorteil verschwindet.
Die Lehre ist die unangenehmste im Schach: Wenn Sie einen Bauern am Rand nehmen, gehört zum Plan auch der Rückweg. Zählen Sie vor dem Schlagen die Felder, auf die die Figur danach kommt. Ein Läufer auf a2, der drei Züge braucht, um wieder mitzuspielen, ist in diesen drei Zügen kein Bauer wert.
GM Rauf Mamedov (AZE, 2631)
IM Fabian Bänziger (SUI, 2426)
Die Abwicklung, die den halben Punkt sichert
Mit hat Schwarz den abseits stehenden Läufer gegen die Aktivität der Dame getauscht, und das ist eine gute Entscheidung. Material ist wieder gleich, alle Türme sind vom Brett, und übrig bleibt ein Damenendspiel mit gleich vielen Bauern.
Die Alternative war , und sie war objektiv einen Hauch besser. Aber sehen Sie sich an, was Fabian stattdessen bekommt: eine Stellung ohne jedes Risiko. In einem Damenendspiel mit symmetrischem Material gegen einen deutlich stärkeren Gegner ist das keine Kapitulation, sondern die Umsetzung eines klaren Plans. Er hat den Bauern nicht gehalten, aber er hat die Partie in eine Form gebracht, in der zweihundert Elopunkte fast nichts mehr bedeuten.
Das ist eine Fähigkeit, die im Amateurschach völlig unterschätzt wird: zu wissen, wann man aufhört, um den Vorteil zu kämpfen, und anfängt, die Stellung zu vereinfachen. Der Punkt ist nicht Feigheit, sondern Rechnen: Wenn Ihre einzige Chance auf mehr mit einem realen Verlustrisiko kommt, ist der halbe Punkt oft das bessere Geschäft.
GM Rauf Mamedov (AZE, 2631)
IM Fabian Bänziger (SUI, 2426)
Ein Damenendspiel, in dem nichts passiert
Damenendspiele sind gefährlich, weil eine einzige Schwäche genügt: Die Dame greift von überall an, und ein Freibauer ist plötzlich nicht mehr aufzuhalten. Genau darum ist die Stellung im Diagramm eine gute Nachricht für Schwarz. Der Bauer c6 hält den Bauern c5 fest, am Damenflügel stehen zwei Bauern gegen zwei, am Königsflügel drei gegen drei, und keine Seite hat einen Freibauern.
Fabian spielt hier und in den folgenden Zügen durchgehend genau: stellt die Dame auf das aktivste Feld, und bringen den König nach vorn, statt ihn in der Ecke zu lassen, und nach steht die Dame hinter der weissen Stellung. Kein einziger Zug in diesem Abschnitt verliert auch nur einen Zehntelbauern.
Nach ist die Stellung endgültig zu, und Weiss versucht mit und noch, den schwarzen König zu einem Fehler zu bewegen. Der kommt nicht: , und die Partie wurde remis gegeben.
Für Ihre eigenen Endspiele: Ein König im Damenendspiel gehört nicht in die Ecke, sondern hinter die eigenen Bauern, wo er keine Dauerschachs zulässt. Und noch wichtiger: Eine ausgeglichene Stellung hält sich nicht von selbst. Fabian hat hier zwölf Züge lang jedes Mal richtig gezogen, und genau deshalb steht am Ende ein halber Punkt.
GM Rauf Mamedov (AZE, 2631)
IM Fabian Bänziger (SUI, 2426)
Fazit
Das beste Schweizer Ergebnis dieser Runde, gemessen an der Elodifferenz. Fabian Bänziger hielt mit Schwarz gegen einen Gegner, der zweihundert Punkte höher steht, und er tat es nicht durch Abwarten, sondern durch eigenes Spiel: ist ein Zug, den auf diesem Niveau fast niemand findet, und war ein sauber gewonnener Bauer. Die eine Gelegenheit, aus dem halben Punkt mehr zu machen, hiess , und sie blieb liegen. Danach hat er gemacht, was man in dieser Lage machen muss: abgewickelt, vereinfacht und ein Damenendspiel zwölf Züge lang fehlerfrei gehalten. Gegen Aserbaidschan verlor die Schweiz mit 1 zu 3, und die Hälfte des Schweizer Punktes kam von Brett 4.
Züge
½-½
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