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Schacholympiade Samarkand 2026 · 18. September 2026

Runde 3

Schach-Olympiade 2026, Schweiz gegen Aserbaidschan: GM Sebastian Bogner gegen GM Shakhriyar Mamedyarov
Spitzenpartie der 3. Runde: Sebastian Bogner gegen Shakhriyar Mamedyarov, Elo 2720. Porträt Mamedyarov: FIDE

Paarungen

Schweiz vs Aserbaidschan

Runde 3 · 18. September 2026

Brett Weiss Schwarz Bewertung Resultat
1 GM Bogner, Sebastian 2547 GM Mamedyarov, Shakhriyar 2720 0-1
2 GM Suleymanli, Aydin 2664 GM Georgiadis, Nico 2535 Analyse arrow_forward 1-0
3 GM Peng, Li Min 2568 GM Muradli, Mahammad 2653 Analyse arrow_forward ½-½
4 GM Mamedov, Rauf 2631 IM Baenziger, Fabian 2426 Analyse arrow_forward ½-½
Partie wird geladen

Live-Übertragung von lichess.org

Analyse

Die Partie im Detail

GM Sebastian Bogner (SUI, 2547) vs GM Shakhriyar Mamedyarov (AZE, 2720) · 0-1

Brett 1, Schweiz gegen Aserbaidschan · Spanisch, Morphy-Verteidigung, Anderssen-Variante (C77)

Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.

Zwei Matchsiege hatten die Schweiz an die Spitzenbretter gespült, und dort stand Aserbaidschan. An Brett 1 hiess der Gegner Shakhriyar Mamedyarov, Elo 2720, seit zwanzig Jahren in der Weltspitze und einer der unangenehmsten Angriffsspieler, die man mit Weiss erwischen kann. Sebastian ging die Sache vernünftig an: Spanisch mit , die Anderssen-Variante, kein Theorieduell, sondern ein langsamer Aufbau, in dem beide Seiten manövrieren müssen.

Der Plan ging zwanzig Züge lang auf. Dann entstand ein einziger schwarzer Freibauer auf a4, und diese Partie erzählt, wie ein Weltklassespieler einen solchen Bauern über fünfundzwanzig Züge in eine neue Dame verwandelt. Es gibt keinen Moment, in dem alles zusammenbricht, und genau das macht die Partie so lehrreich. Die Schweiz verlor den Match mit 1 zu 3.

GM Sebastian Bogner am Brett an der Schacholympiade 2026 in Samarkand
GM Sebastian Bogner an der Schacholympiade 2026 in Samarkand.

Die Entscheidung am Damenflügel: 15.a4

Mamedyarov hat mit und ein Manöver gezeigt, das viele Amateure nie in Betracht ziehen würden: Der bereits entwickelte Springer geht auf sein Ausgangsfeld zurück, um über d7 nach c5 zu kommen. Drei Züge für ein Feld, und es lohnt sich, weil der Springer auf c5 den Bauern e4 und das Feld d3 im Blick hat.

Weiss steht hier angenehm, etwa einen halben Bauern besser, und muss entscheiden, wie er mit dem Vorstoss ...b4 umgeht. Gespielt wurde , ein völlig gesunder Zug. Ich hätte trotzdem bevorzugt, weil die Dame die b-Linie im Voraus besetzt und Weiss danach in Ruhe axb5 spielen kann, wenn es ihm passt. Auch stand zur Verfügung: Weiss hält den Bauern nicht, aber er behält die aktivere Stellung.

Der Unterschied ist klein, und wichtig ist etwas anderes: lädt Schwarz ein, die Spannung selbst aufzulösen. Wer einen Bauern an den Gegner heranstellt, muss vorher wissen, wie die Stellung nach dem Abtausch aussieht. Genau hier lag der Keim der ganzen Partie.

Der Spieler dazu 2:13

Sebastian Bogner über den Moment, in dem der Vorteil aus der Hand ging: Er spielte , hatte aber eine andere Fortsetzung lange berechnet und dann doch nicht gespielt. Gemeint ist mit der Pointe Sxf7 und einem Qualitätsopfer auf c3, das er für sehr unangenehm für Schwarz hält. Eine richtige Begründung dafür hat er nicht; sein Learning aus der Partie gegen einen 2720er ist ein anderes: nicht zu viel Respekt, nicht zu lange überlegen.

GM Shakhriyar Mamedyarov (AZE, 2720)

GM Sebastian Bogner (SUI, 2547)

Nach 14...Sxc5: Schwarz hat den Springer auf das starke Feld c5 gebracht. Weiss am Zug.

Der Handel, aus dem ein Freibauer wird

Nach kam , und das ist kein Opfer, sondern ein Handel. Weiss muss mit zurückschlagen, denn verliert sofort die Qualität, und lässt den Springer einfach stehen. Nach hat Schwarz Springer gegen Läufer und Bauer getauscht, vorerst also einen Bauern gewonnen, und dazu etwas bekommen, das man nicht in Bauerneinheiten misst: einen freien a-Bauern, der von keinem weissen Bauern mehr aufgehalten werden kann.

Und jetzt der Moment, den man leicht überliest. Im Diagramm kann Weiss den Bauern sofort zurückholen: Nach ist die Stellung vollkommen ausgeglichen, das Material eingeschlossen. Sebastian spielte , einen aktiven Zug, der die Dame belästigt. Nur ist nach der Bauer a4 gedeckt, und die Gelegenheit kommt nicht wieder: Schon einen Zug später hätte einen ganzen Turm gekostet.

Objektiv ist der Unterschied klein, die Stellung bleibt ungefähr im Gleichgewicht. Aber der Charakter der Partie ist ein anderer. Weiss hat keinen einzigen Bauern mehr, der a4 blockieren oder angreifen könnte, und jede weisse Figur, die den Bauern im Auge behält, fehlt ab jetzt anderswo. Schwarz spielt auf Gewinn, Weiss auf Halten.

Merken Sie sich beides. Ein Freibauer auf dem Flügel, weit weg vom König, ist in der Eröffnung fast nichts wert und im Endspiel fast alles. Und wenn Sie einen solchen Bauern einfach schlagen können, dann schlagen Sie ihn, bevor Sie etwas Aktiveres suchen. Wer ihn leben lässt, unterschreibt einen Vertrag über die nächsten dreissig Züge.

GM Shakhriyar Mamedyarov (AZE, 2720)

GM Sebastian Bogner (SUI, 2547)

Nach 17...bxa4: Der Bauer a4 ist frei, aber noch ungedeckt. Weiss am Zug.

Die Spannung zu früh aufgelöst: 22.d4

Sebastian hat mit und die Stellung stabilisiert, und im Diagramm steht die Partie ungefähr ausgeglichen, eine Winzigkeit zugunsten von Schwarz. Solange das Zentrum geschlossen bleibt, kann der a-Bauer nicht laufen, weil die schwarzen Türme keine offene Linie haben, auf der sie ihn begleiten könnten.

Gespielt wurde , und das ist die Ungenauigkeit, die die Weichen stellt. Nach sind vier Figuren vom Brett, die schwarzen Türme bekommen die d-Linie, und der Bauer a4 hat plötzlich Gesellschaft. Der bescheidene war der beste Zug: Der Springer geht nach c3, nimmt den Bauern a4 dauerhaft aufs Korn und lässt das Zentrum in Ruhe. Und selbst in der Partiefolge war genauer als ein weiterer Abtausch auf e5, weil der Läufer d4 auf dem Brett mehr wert ist als in der Schachtel.

Das ist eine der wichtigsten Regeln für schlechtere oder gleiche Stellungen: Wenn der Gegner einen langfristigen Trumpf hat, tauschen Sie nicht ab, sondern halten Sie die Stellung geschlossen. Jeder Abtausch bringt Sie näher an das Endspiel, und im Endspiel gewinnt der Freibauer. Weiss muss hier auf Zeit spielen, nicht auf Vereinfachung.

GM Shakhriyar Mamedyarov (AZE, 2720)

GM Sebastian Bogner (SUI, 2547)

Nach 21...Sd7: Das Zentrum steht noch geschlossen. Weiss am Zug.

Der Springer, der nicht springen durfte: 30.Sd5

Hier verliert Weiss den Faden, und zwar in zwei Zügen. sah nach Gegenspiel aus, überlässt Schwarz aber die b-Linie und macht den Bauern selbst zum Ziel, ruhiger war . Im Diagramm folgte , und dieser Zug kostet am meisten: Nach ist ein Bauer weg, der weisse Springer ist vom Brett, und der Bauer a4 hat keinen Bewacher mehr.

Richtig war , ein Zug, der nach nichts aussieht und alles zusammenhält: Die Dame deckt den Bauern c5 und den Springer e3, und der Springer behält den Weg über g4 zum Königsflügel. Weiss steht danach etwa einen halben Bauern schlechter. Angenehm ist das gegen einen 2720er nicht, aber es ist eine Stellung, die man verteidigen kann.

Warum passiert so etwas? Weil Verteidigen anstrengender ist als Angreifen. Nach zwanzig Zügen Warten sucht man einen aktiven Zug, und ist genau das: Er sieht aus wie eine Lösung. Wenn Sie in einer zähen Stellung plötzlich einen Zug finden, der die Spannung auflöst, rechnen Sie ihn doppelt nach. Die Stellung will oft nicht gelöst, sondern nur gehalten werden.

GM Shakhriyar Mamedyarov (AZE, 2720)

GM Sebastian Bogner (SUI, 2547)

Nach 29...Tad8: Beide schwarzen Türme stehen auf der d-Linie. Weiss am Zug.

Der Bauer kommt durch

Zwanzig Züge nach seiner Geburt ist der a-Bauer auf a2 angekommen, und die Partie ist an diesem Punkt bereits verloren, ungefähr drei Bauern schlecht. Weiss hat mit einen eigenen Freibauern geschaffen, aber der steht auf einer Linie, die Schwarz doppelt kontrolliert.

Gespielt wurde , und das war der letzte praktische Fehler: Nach steht die neue Dame da, und Weiss hat nichts. Zäher war , das den Bauern wenigstens festnagelt und Schwarz zwingt, den Gewinn noch zu zeigen. Am Ergebnis ändert das nichts, und ich will es auch nicht grösser machen, als es ist: Die Partie wurde nicht im 37. Zug verloren, sondern zwischen dem 22. und dem 30.

Nach gab Sebastian auf. Die Lehre ist unbequem und trotzdem die wertvollste dieser Partie: Ein Freibauer kostet Sie nicht einen Zug, sondern eine ganze Partie Aufmerksamkeit. Rechnen Sie ihn vom Moment seiner Entstehung an als halbe Figur, dann treffen Sie die Zwischenentscheidungen anders.

GM Shakhriyar Mamedyarov (AZE, 2720)

GM Sebastian Bogner (SUI, 2547)

Nach 36...a2: Der Bauer steht auf der vorletzten Reihe. Weiss am Zug.

Fazit

Eine Niederlage ohne Katastrophe. Sebastian hat die Eröffnung gut behandelt, stand nach zwanzig Zügen völlig in Ordnung und hat keinen einzigen Zug gespielt, den man einen groben Fehler nennen könnte. Verloren ging die Partie an einem einzigen strukturellen Zugeständnis, dem Freibauern a4, den noch vom Brett genommen hätte, und an zwei Zügen, die ihn stärker machten statt schwächer: , das die Linien öffnete, und , das den letzten Blockadeversuch aufgab. Genau so gewinnt die Weltspitze gegen starke Grossmeister, nicht mit Kombinationen, sondern mit einem Vorteil, den sie fünfundzwanzig Züge lang nicht aus der Hand gibt. An Brett 1 gab es nichts zu holen, und die Schweiz verlor den Match gegen Aserbaidschan mit 1 zu 3.

Züge

0-1

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Die Schweiz spielte mit vier Spielern. Jede Partie ist einzeln kommentiert.