arrow_back Zur Übersicht Frauen

Schacholympiade Samarkand 2026: Frauen · 16. September 2026

Runde 1

Paarungen

Schweiz vs Thailand

Runde 1 · 16. September 2026

Partie wird geladen

Live-Übertragung von lichess.org

Analyse

Die Partie im Detail

WIM Mariia Manko (SUI, 2285) vs WFM Sarocha Chuemsakul (THA, 1961) · 1-0

Brett 1, Schweiz gegen Thailand · Schottische Partie, Potter-Variante (C45)

Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.

Erste Runde, Brett 1, Weiss gegen eine um 324 Punkte tiefer bewertete Gegnerin: Das ist die Aufgabe, bei der das Team null Überraschungen erwartet und die Spielerin am Brett trotzdem zweiundsechzig Züge lang arbeiten muss. Mariia Manko wählt die Schottische Partie, baut über zwanzig Züge einen ruhigen Vorteil auf, gibt ihn in der Zeitnot fast vollständig wieder her und gewinnt die Partie in einem einzigen Moment im 49. Zug.

In diesem Moment waren genau drei Züge legal, und zwei davon verloren. Die Schweiz gewann den Match gegen Thailand mit 4 zu 0.

Der Läufer, der dreimal zieht

Die Potter-Variante mit ist kein Angriffssystem, sondern ein Raumsystem. Weiss behält das Zentrum, entwickelt mit und in Richtung lange Rochade, und nach stehen die Könige auf verschiedenen Flügeln. Ab da zählt jedes Tempo doppelt, weil beide Seiten mit Bauern auf den gegnerischen König zumarschieren wollen.

provoziert , und danach hat der Läufer nur noch ein gutes Feld. ist es: Nach verschwindet der Läufer vom Brett und mit ihm der ganze Vorteil, und ist noch deutlich schlimmer. Auf e3 steht der Läufer hinter den eigenen Bauern und gegenüber dem schwarzen Läufer b6, und Schwarz löste die Spannung mit selbst auf, was die weisse Dame auf ihr bestes Feld stellte.

Ich hätte sofort gezogen, ohne den Umweg über g5; der Unterschied ist etwa ein Fünftel Bauer und damit Geschmackssache. Die Lehre gilt trotzdem für jede Partie: Wenn eine Figur ziehen muss, prüfen Sie zuerst, welches Feld einen Tempoangriff übersteht, und erst danach, welches am aktivsten aussieht.

WFM Sarocha Chuemsakul (THA, 1961)

WIM Mariia Manko (SUI, 2285)

Nach 12.Le3: Der Läufer ist von f4 über g5 nach e3 zurückgekehrt. Schwarz ist am Zug.

Der Rückzug, den kaum jemand spielt: 19.Sc1

Zwei Drittel aller Spielerinnen und Spieler würden hier ziehen und abtauschen: sieht vernünftig aus, der Bauer a4 ist erledigt, die Dame steht zentral. Weiss steht danach immer noch besser, aber nur noch etwa halb so gut wie vorher.

sieht rückständig aus und ist es nicht. Der Springer bleibt auf dem Brett, kommt über e2 oder d3 wieder ins Spiel, und Weiss behält genau die Figuren, die Schwarz gerne abtauschen würde. Danach folgte , was dem Bauern a4 das Feld a3 nimmt, und als den Läufer c4 angriff, wich Weiss mit aus und behielt die Diagonale a2-g8.

Nicht jeder Abtausch ist Fortschritt. Wer angreift, braucht Figuren, und wer verteidigt, will jede einzelne davon loswerden. Die Frage vor einem Abtausch lautet nicht, ob er gut aussieht, sondern wessen Stellung danach enger ist.

WFM Sarocha Chuemsakul (THA, 1961)

WIM Mariia Manko (SUI, 2285)

Nach 18...a4: Der Bauer greift den Springer b3 an. Weiss ist am Zug.

Wie ein Vorteil mit den Damen verschwindet: 27.Se2

Nach 26 Zügen hatte Weiss alles, was die Eröffnung versprochen hatte: eine sichere Königsstellung, die Bauern f4 und g4 im Vormarsch, den schwarzen Springer am Rand auf a5 und einen Vorteil, der etwa zwei Bauern wert war. Die Stellung verlangt jetzt einen Zug, der eine Figur verbessert und gleichzeitig etwas androht.

Das war . Der Turm greift den Läufer e4 an, und nach hat Weiss einen Bauern gewonnen und die Damen auf dem Brett behalten. Gespielt wurde , ein Zug, der eine passive Figur verbessert und sonst nichts tut. bot sofort den Damentausch an, nahm ihn an, und von dem Vorteil blieb noch gut ein Drittel übrig.

Das ist der teuerste Zugtyp, den es gibt, weil er nicht wie ein Fehler aussieht. Wer klar besser steht, sollte bei jeder Figurenverbesserung eine zweite Frage stellen: Gibt es eine, die zusätzlich droht? Ein Vorteil, der nichts androht, wird früher oder später abgetauscht.

WFM Sarocha Chuemsakul (THA, 1961)

WIM Mariia Manko (SUI, 2285)

Nach 26...Dd7: Der Springer c1 und der Turm d1 suchen beide ein besseres Feld. Weiss ist am Zug.

Der Bauer h6 stand zum Nehmen

Ab dem 36. Zug hatten beide Spielerinnen weniger als eine Minute bis zur Zeitkontrolle, und die Partie wurde, was solche Partien werden. Der wichtigste Zug dieser Phase war . Das Feld a2 ist das einzige in dieser Ecke, auf dem ein Springer von b3 aus niemals Schach bietet, und hätte den König genau dorthin gestellt. wählte das andere Feld, und neun Züge später stand der schwarze Springer auf b3, mit Schach.

Dazwischen blieb der Bauer h6 stehen. war klar stärker als das gespielte , und nach war die Rechnung ganz einfach: und der Freibauer läuft mit Schach weiter, während der schwarze König keine Deckung mehr hat. Gespielt wurde , und vom Vorteil blieb noch ein Rest.

Für die eigene Zeitnot gibt es eine Reihenfolge, die fast immer funktioniert: zuerst alle Schachgebote, dann alle Schläge, dann den Rest. ist beides auf einmal, ein Schlag mit Schach, und stand ganz oben auf der Liste, die in dem Moment niemand durchgegangen ist.

WFM Sarocha Chuemsakul (THA, 1961)

WIM Mariia Manko (SUI, 2285)

Nach 42...gxh6: Weiss ist einen Bauern weniger, hat dafür Läufer gegen Springer und den Freibauern f5. Weiss ist am Zug.

Drei legale Züge, zwei verlieren: 49.cxb3

Ein Springerschach lässt sich nicht blockieren, und der Springer auf b3 wird nur von einer einzigen Figur angegriffen, dem Bauern c2. Damit bleiben , und , und zwei davon verlieren die Partie.

ist ein Matt in drei Zügen. kostet den Läufer mit Schach, und danach ist Weiss verloren. Manko spielte in unter zwei Minuten den dritten Zug, , obwohl er die eigene Königsstellung aufreisst, und genau das gewinnt: und Weiss hat zwei Freibauern, auf a4 und auf f6.

Danach kamen vierzehn präzise Züge am Stück. schiebt den Bauern los, der Turm auf b5 schneidet ihn frei, und beendete die Partie. Die Lehre aus dem 49. Zug ist die schlichteste, die es gibt, und sie wird am häufigsten vergessen: Im Schach stehend zuerst alle legalen Antworten aufzählen, dann bewerten. Drei Züge sind in zehn Sekunden aufgezählt. Wer stattdessen reflexartig mit dem König ausweicht, weil das natürlich aussieht, verliert hier.

WFM Sarocha Chuemsakul (THA, 1961)

WIM Mariia Manko (SUI, 2285)

Nach 48...Sb3+: Weiss steht im Schach, Material ist gleich, und es gibt genau drei legale Züge.

Fazit

Ein Punkt gegen eine deutlich tiefer bewertete Gegnerin wird selten geschenkt. Manko baute den Vorteil über zwanzig Züge sauber auf, gab den grössten Teil davon im 27. Zug und in der Zeitnot fast den Rest aus der Hand, und gewann die Partie am Ende dort, wo es nur noch ums genaue Zählen ging. Für die Schweiz war es der erste von vier Punkten: 4 zu 0 gegen Thailand, mit Manko an Brett 1, während GM Alexandra Kosteniuk die Auftaktrunde aussetzte. So gewinnt man Olympiade-Matches, und so anstrengend sind sie auch auf den Brettern, auf denen die Rechnung vorher schon aufgeht.

Züge

1-0

War diese Analyse hilfreich?

BognerChess App · Warteliste

Solche Analysen, für deine eigenen Partien

Der KI-Coach der neuen BognerChess App findet die kritischen Momente deiner Partien und erklärt sie dir im Klartext. Trag dich auf die Warteliste ein und sei als Erstes dabei.

Auf die Warteliste

Alle Bretter der Runde 1

Die Schweiz spielte mit vier Spielern. Jede Partie ist einzeln kommentiert.