GM Nico Georgiadis (SUI, 2535) vs GM Ediz Gurel (TUR, 2636) · ½-½
Brett 2, Schweiz gegen Türkei · Sizilianisch, Najdorf-Variante, System Opocensky (B92)
Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Sechste Runde, Brett 2, die Schweiz gegen die Türkei: Nico Georgiadis hatte Weiss gegen einen Grossmeister mit 2636, gut hundert Elopunkte über ihm. Gegen den Najdorf wählte er mit das System Opocensky, die ruhigste Hauptvariante, die diese Eröffnung kennt. Gegen einen stärkeren Gegner ist das eine vernünftige Entscheidung: kein Rechenduell in einer Theorieschlacht, sondern langes Manövrieren um kleine Vorteile.
Der kleine Vorteil kam im 20. Zug als Mehrbauer am Damenflügel, kostete das Läuferpaar und war im 42. Zug wieder weg. Danach begann die Partie ein zweites Mal: Schwarz griff im 53. Zug daneben, der weisse b-Bauer lief los, und im 55. Zug stand ein Turmzug zur Verfügung, der fast drei Bauern wert war. Gespielt wurde der andere Turmzug.
Ein Bauer für das Läuferpaar: 20.Txa6
Achtzehn Züge lang passierte in dieser Struktur wenig, und genau dafür wird das System Opocensky gespielt: Weiss keilte mit den Damenflügel ein, Schwarz sass hinter e5 und d6 und wartete ab. Mit machte Gurel die Stellung konkret, und nach hatte Weiss einen Bauern mehr. ist der stärkste Zug der Stellung, und der Bauer ist trotzdem weniger wert, als er aussieht.
Der Preis steht zwei Züge später auf dem Brett. greift den Läufer e3 an, und nach hat Schwarz das Läuferpaar. Bei Bauern auf beiden Flügeln und offenen Diagonalen ist das echte Kompensation: Vom Mehrbauern bleibt knapp ein halber Bauer Vorteil übrig, und daraus macht man gegen einen Gegner dieser Stärke nichts. kam genauso in Frage wie , der Unterschied zwischen den beiden ist Geschmackssache.
Wichtiger als der Bauer war die Wahl der schlagenden Figur im 22. Zug. hält die Bauern heil und den Turm auf der dritten Reihe beweglich. verdoppelt die Bauern auf der e-Linie, und nach steht Schwarz trotz des fehlenden Bauern bereits eine Spur besser. Die Regel dahinter: Bevor Sie einen Flügelbauern nehmen, rechnen Sie aus, was der Gegner dafür bekommt. Zwei Läufer auf offenem Brett sind fast immer mehr wert als ein Bauer am Rand.
GM Ediz Gurel (TUR, 2636)
GM Nico Georgiadis (SUI, 2535)
Zwei Springer gegen zwei Läufer: 33.Lf1
Zwischen dem 24. und dem 32. Zug ging fast alles vom Brett: ein Turmpaar auf a2, die Damen auf a6. Was übrig blieb, steht im Diagramm, und die Frage lautet nicht mehr, was der Mehrbauer bringt, sondern ob zwei Springer gegen zwei Läufer bestehen. Sie bestehen knapp: Auch mit dem besten Zug steht Weiss hier nicht mehr besser.
ist dieser beste Zug, und er bietet den Abtausch der weissfeldrigen Läufer an: Nach holt sich Schwarz den Bauern zurück, aber die Stellung ist ausgeglichen und das Läuferpaar ist weg. Gespielt wurde , der Rückzug auf das Ausgangsfeld, wo der Läufer nichts deckt und nichts angreift. Nach steht Schwarz mit einem Bauern weniger rund einen halben Bauern besser.
Wer zwei Springer gegen zwei Läufer hat, hat zwei gesunde Pläne: ein Läuferpaar abtauschen oder die Springer auf Felder stellen, die kein Bauer je angreifen kann. verfolgt den ersten, keinen von beiden. Und die grössere Lehre für jedes Endspiel: Ein Mehrbauer ist kein Vorteil an sich, er ist nur dann einer, wenn Ihre Figuren mindestens so gut stehen wie die gegnerischen.
GM Ediz Gurel (TUR, 2636)
GM Nico Georgiadis (SUI, 2535)
Der einzige Zug: 43.Kxh3
Die Züge sehen nach Zeitgewinn aus und sind mehr: Schwarz bot zweimal den Abtausch des schlechten weissen Läufers an, Weiss lehnte zweimal ab, und die Stellung stand zum zweiten Mal auf dem Brett. Mit ging Weiss aus der Wiederholung heraus, und das war objektiv der beste Zug.
Dann kam , und die Pointe liegt auf f1: Den Läufer dort deckt nur der eigene König, und das Schach zieht ihn von g2 weg. , und das Material ist wieder gleich. Schlagen war Pflicht, denn und kosten eine ganze Figur.
Das Muster heisst Ablenkung des Verteidigers, und im Endspiel kommt es häufiger vor als in der Eröffnung, weil der König dort selbst mitverteidigt. Zählen Sie vor jedem Königszug nach, welche Ihrer Figuren nur er hält. Die grössere Lehre liegt allerdings zehn Züge früher: Ein Läufer, der auf f1 steht und keine Diagonale hat, kostet irgendwann genau einen Bauern.
GM Ediz Gurel (TUR, 2636)
GM Nico Georgiadis (SUI, 2535)
Der Turm gehört hinter den Freibauern: 55.Tb2
Nach dem Läuferschlag war die Partie materiell gleich, und Georgiadis baute geduldig um: , und brachten einen Springer auf das beste Feld der Stellung, und den Damenflügel in Bewegung. Schwarz löste mit die Spannung auf und stand danach etwa einen Bauern schlechter. und hätten es dabei belassen, beide bringen eine Figur in Richtung b6, wo der Freibauer gestoppt wird. tut das nicht, und nach war Weiss gut zwei Bauern besser.
ist der Zug, und er ist fast drei Bauern wert. Der Turm stellt sich hinter den Freibauern, danach läuft der Bauer: , und Weiss ist die Qualität vorne und hat einen Bauern auf b7. Gespielt wurde , der Turm also auf die a-Linie statt hinter den eigenen Bauern, und nach war von den fast drei Bauern weniger als einer übrig.
Die bekannteste Regel über Türme stammt von Siegbert Tarrasch, und sie lautet: Türme gehören hinter den Freibauern, hinter die eigenen wie hinter die gegnerischen. Der Grund ist einfach. Hinter dem Bauern deckt der Turm ihn auf jedem Feld seines Weges und wird mit jedem Schritt freier, daneben muss er bei jedem Schritt neu Stellung beziehen. Georgiadis hatte in diesem Moment noch gut fünf Minuten auf der Uhr, und in fünf Minuten spielt man den Zug, der aktiv aussieht, nicht den, der nach Rückzug aussieht.
GM Ediz Gurel (TUR, 2636)
GM Nico Georgiadis (SUI, 2535)
Womit schlägt man auf d5?
Zwei der drei Schlagzüge kommen mit Schach, und genau die sind falsch. Nach hat Schwarz den Bauern c4 und die Stellung ist ausgeglichen, und ist es ebenso. Gespielt wurde , und das ist hier der Unterschied zwischen anderthalb Bauern Vorteil und gar keinem.
Der Grund lässt sich in einem Satz sagen: Der Springer auf d5 ist die beste Figur der Stellung, und den Bauern c4 deckt niemand. Wer mit einem Bauern schlägt, stellt einen Bauern auf das Feld, auf dem der Springer stand, und gibt c4 an den schwarzen Turm ab. Ein Schach ist kein Argument, es ist nur ein lauter Zug. Fragen Sie sich bei jedem Rückschlag zuerst, welche Figur nach dem Abtausch am besten steht, und erst danach, welcher Zug am forciertesten aussieht.
Den Rest der Partie verbrachten die Türme mit Schachs: , dazwischen und als Marsch des weissen Königs zum Königsflügel. Etwa ein Bauer Druck blieb bis zum Schluss, mehr nicht: Der Läufer d8 deckte b6, der schwarze König stand vor dem Freibauern, und der Turm blieb aktiv. Im 71. Zug einigten sich die beiden auf Remis, mit der Stellung zum zweiten Mal auf dem Brett.
GM Ediz Gurel (TUR, 2636)
GM Nico Georgiadis (SUI, 2535)
Fazit
Ein halber Punkt mit Weiss gegen einen Grossmeister mit 2636 ist ein gutes Ergebnis, und diese Partie hatte trotzdem mehr zu bieten. Georgiadis nahm im 20. Zug einen Bauern und bezahlte ihn mit dem Läuferpaar, liess den Läufer im 33. Zug auf sein Ausgangsfeld zurückgehen und bekam die Rechnung dafür im 42. Zug präsentiert. Zurück in die Partie kam er über die Springer, und nach dem schwarzen Fehler im 53. Zug lag der Gewinnversuch auf dem Tisch: ein Turmzug hinter den Freibauern, in Zeitnot, mit dem Turm, der lieber vorwärts wollte. Für die Mannschaft war der Tag hart, die Türkei gewann den Kampf mit 3 zu 1, und die beiden Remis an den Brettern 2 und 3 waren alles, was blieb.
Züge
½-½
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