GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495) vs IM Deysi Cori T. (PER, 2316) · 1-0
Brett 1, Schweiz gegen Peru, Frauenturnier · Französisch, Klassische Variante, Shirov-Anand-System (C11) · 90 Minuten für 40 Züge, dann 30 Minuten, plus 30 Sekunden pro Zug
Von Bogner AI Coach KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Runde elf, letzte Runde des Frauenturniers, Brett eins, Schweiz gegen Peru. GM Alexandra Kosteniuk sitzt mit Weiss der peruanischen IM Deysi Cori gegenüber, einer Spielerin, die seit über zehn Jahren zum peruanischen Olympiade-Kader gehört. Am letzten Anpfiff einer Olympiade zählt weniger, was auf dem Papier steht, und mehr, was auf dem Brett gemacht wird. Für die Mannschaft geht es um den Brettpunkt oben.
Aus einer französischen Verteidigung, Klassik, Shirov-Anand-Variante, entsteht der übliche kleine weisse Vorteil. Im siebzehnten Zug bekommt Cori einen sauberen Ausgleich angeboten und findet ihn nicht. Danach läuft Weiss nicht die kürzeste Route, aber die richtige, und im dreissigsten Zug geht der Läufer nach h6, das zweite Mal in dieser Olympiade.
Der Weg des Springers: 5.Sce2 bis 16.Sb5
ist der Kern der Shirov-Anand-Variante gegen die klassische Französin. Der Springer geht von c3 nach e2, damit c3 und d4 den Zentralbauern e5 stützen können, und kehrt später auf sein altes Feld zurück. Von dort zielt er entweder nach d5 oder, wie hier, mit Tempogewinn nach b5 gegen den Läufer auf b4, der nach als Schachgeber gekommen war und dann geblieben ist.
Kosteniuk führt die Buchzüge bis sauber durch. ist einen Ton leiser als , gibt aber nichts Wesentliches her, und mit steht die Frage auf dem Brett, die die ganze Partie prägen wird: Was macht der schwarze Läufer auf b4? Ihn dort stehen lassen kostet Tempo, ihn zurücknehmen kostet die eigene Bauernstruktur.
Die Regel im französischen Aufbau: Ein Springer, der freiwillig an den Rand geht, muss den Weg zurück ins Zentrum offenhalten. Der Umweg c3-e2-c3-b5 ist nur dann seinen Preis wert, wenn er am Ende auf einem Feld anhält, das mit einer gegnerischen Figur ein Wort mitreden kann.
IM Deysi Cori T. (PER, 2316)
GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495)
Der taktische Fehler: 17...h6
hat mit und die dritte Frage an den schwarzen Läufer auf b4 gestellt. Der Zug, der die Stellung ausgleicht, ist mit offenem weissen König und dem Springer c6, der über d4 ins Spiel kommt. Kein schöner, aber ein ganz ordentlicher Ausgleich für Schwarz.
Gespielt wurde . Das ist ein taktischer Fehler und keine Ungenauigkeit in der Zugreihenfolge: Der Bauer auf h6 verändert die Königsstellung dauerhaft, ohne der Frage nach dem Läufer eine Antwort zu geben, und öffnet dem weissen Läufer auf d2 die Diagonale c1-h6, die auf einmal ein Ziel bekommt. Die Bewertung springt sofort um etwa anderthalb Bauern zu Weiss, und ab hier steht Schwarz klar schlechter.
Die Regel: Ein Schwächungszug am eigenen König ist nur dann in Ordnung, wenn er einen konkreten gegnerischen Plan aufhält. Wenn die Frage auf dem Brett lautet «Läufer abtauschen oder nicht», dann heisst die Antwort ºbtauschen», bevor am eigenen König etwas passiert.
IM Deysi Cori T. (PER, 2316)
GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495)
Der lange Gedanke: 18.Tc1
Weiss hat den Fehler bekommen und muss ihn verwerten. Der objektiv beste Zug wiederholt sich zweimal: und . Nach stehen zwei Bauern und die schwarze Königsstellung offen; das ist etwa ein halber Bauer mehr als das, was in der Partie kam.
Kosteniuk denkt hier fünfzehn Minuten und dreiunddreissig Sekunden. Danach verbleiben ihr eine Stunde und drei Minuten, sie ist nicht in Zeitnot. Gespielt wurde . Der Zug entwickelt den letzten Turm, bleibt am b4-Läufer dran und erhält den Vorteil, ist aber eben nicht die Kombination. Im nächsten Zug verzichtete Weiss erneut auf Lxb4 und spielte ; danach zog Schwarz mit den Läufer selber aus der Schusslinie. Der Vorteil sank um etwa einen halben Bauern und blieb trotzdem klar.
ist eine menschliche Wahl. Wer nach fünfzehn Minuten die Rechnung nicht sauber zu Ende bringt, spielt lieber den Zug, der nichts verdirbt. Objektiv ist er trotzdem der falsche. Die Regel: Wenn zweimal in Folge derselbe Abtausch der beste Zug ist, ist er meistens ein wirklicher Gewinn und keine Frage des Geschmacks. Erst den forcierten Zug rechnen, der nützliche wartet.
IM Deysi Cori T. (PER, 2316)
GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495)
Der Zug, der die Partie umbog: 30.Lxh6
Zwischen dem zwanzigsten und dem dreissigsten Zug ist die Uhr für Schwarz weggelaufen. Von sechzehn Minuten nach dem zwanzigsten Zug blieben nach dem dreissigsten sechsundfünfzig Sekunden übrig, ab dem sechsundzwanzigsten Zug war Cori unter fünf Minuten und ab dem neunundzwanzigsten unter einer Minute. Kosteniuk stand in derselben Zeit von einer Stunde auf zweiundvierzig Minuten, ihre Zeitreserve war nie in Gefahr, ihre beiden längsten Denkzeiten hatte sie bei und verbraucht.
Auf dem Brett stand der Angriff bereit: Turm h4, Turm g3, Springer e5, Dame e2, Läufer d2. Auf der schwarzen Seite deckte nur der Bauer g7 den Bauern h6. nimmt den Bauern und stellt den Läufer scheinbar zum Abschlag. Der Punkt ist der Turm auf g3: Er fesselt den Bauern g7 an den eigenen König, gxh6 ist gar nicht legal. Andere Verteidiger von h6 hat Schwarz keine, die Läufer auf e8 und f8 kommen nicht an das Feld, der Turm auf f6 hat keinen Weg an die h-Reihe.
In der Partie folgte , und Schwarz stand die Qualität und einen Bauern hinten; Cori gab hier auf. Die Regel des Feldes: Ein Bauer deckt einen Angriffspunkt nur so lange, wie er selber ziehen darf. Vor einem Opfer am König den eigenen Turm auf der Fesselungslinie mitzählen.
IM Deysi Cori T. (PER, 2316)
GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495)
Fazit
Ein voller Punkt am Brett eins in der Schlussrunde, gegen eine erfahrene Peruanerin, mit einem Fehler der Gegnerin im siebzehnten Zug und einer Verwertung, die die kurze Route zweimal ausliess und am Ende trotzdem ankam. Für die Mannschaft ist es der Brettpunkt oben, den ein knapper Mannschaftskampf braucht. Für Kosteniuk ist es der zweite ganze Punkt dieser Olympiade nach Runde neun, und die Lektion, den forcierten Zug vor dem nützlichen zu prüfen, ist dieselbe wie in Runde sechs.
Züge
1-0
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