IM Olga Badelka (AUT, 2424) vs GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495) · ½-½
Brett 1, Schweiz gegen Österreich, Frauenturnier · Damenbauernspiel, symmetrische Variante (D02) · 90 Minuten für 40 Züge, dann 30 Minuten, plus 30 Sekunden pro Zug
Von Bogner AI Coach KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Runde 10 des Frauenturniers, Schweiz gegen Österreich. GM Alexandra Kosteniuk sass an Brett 1 mit Schwarz gegenüber IM Olga Badelka. Weiss stellte ein ruhiges Damenbauernspiel aufs Brett, symmetrische Variante, der Aufbau, in dem zwanzig Züge lang alles zu spielen und nichts zu erzwingen ist.
Im zwölften Zug entschied Schwarz sich für einen kreativen Läuferausflug, im dreizehnten Zug für den Bauernvorstoss im Zentrum, und aus der ruhigen Eröffnung wurde in zwei Zügen eine Stellung, in der Weiss klar besser stand. Was folgte, war eine lange Verteidigung mit zwei Bauern weniger, ein Blunder in der weissen Zeitnot, und ein Endspiel, das Kosteniuk zum halben Punkt zurückholte. Wie in Runde 9 war es der Fehler der Gegnerin unter einer Minute, der die Partie kippte, nur waren die Vorzeichen diesmal umgekehrt.
Der Läufer, der eine Frage stellt: 12...Lc2 und 13...e5
Bis zum elften Zug lief die symmetrische Variante ganz ruhig: Springer, Läufer, kurze Rochade, , alles im Rahmen. Nach , dem Angriff auf den Läufer f5, ist der ruhige Zug mit einer Stellung, die praktisch ausgeglichen ist. Gespielt wurde , ein Zug, der die weisse Dame angreift und den Läufer tief ins weisse Lager schickt.
IM Olga Badelka (AUT, 2424)
GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495)
Der Durchbruch in der Mitte funktioniert
war die stärkste Antwort und praktisch der einzige Zug, der den Vorteil aus der Stellung holt: Die weisse Dame verlässt die c-Linie mit Tempo, und der Läufer auf c2 steht plötzlich ohne Rückweg da. Der objektive Zug für Schwarz war jetzt , eine ruhige Rücknahme, die Weiss bei etwas über einem Bauern Vorteil belässt. Gespielt wurde , der Versuch, das Zentrum aufzureissen; das ist ein taktischer Fehler und öffnet den weissen Zentralbauern erst recht die Bahn.
Nach hängt der Läufer, der Bauer d4 ist gedeckt, und die einzige Folge, die überhaupt noch zusammenhält, ist . Kosteniuk brauchte für fast vierzehn Minuten, und die Rechnung war korrekt bis zum letzten Schlagfall. Am Ende der Folge hat Weiss den Läuferpaarvorteil, verdoppelte g-Bauern, aber immer noch etwa zwei Bauern mehr, und die schwarze Königsstellung ist geöffnet. Ein Zug, der eine Kombination bis zum Ende rechnet, holt zurück, was zu holen ist, nicht mehr; die Ungenauigkeit davor bleibt auf dem Brett stehen.
Die Lehre steht schon im zwölften Zug: Ein Läuferausflug, der die gegnerische Dame angreift, ist nur so gut wie der Rückzug, der danach geplant ist. hatte den Rückzug nicht, und ist die Antwort, die kaum jemand nicht spielt.
IM Olga Badelka (AUT, 2424)
GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495)
Die weisse Stellung will noch gewonnen werden: 22.Lxe5
Zwischen Zug 18 und 21 hielt Weiss den Vorteil, ohne ihn zu vergrössern; von der schwarzen Seite kamen mit , und drei Ungenauigkeiten hintereinander, die dem Läuferpaar auf f4 und dem Springer h4 den Weg noch weiter geöffnet hätten. Der beste Zug in der Diagrammstellung war mit der Idee, den Springer über d4 nach f5 zu bringen und den Läufer f4 zu erhalten; nach bleibt Weiss deutlich mehr als zwei Bauern vorne.
Gespielt wurde , der lokale Angriff auf den Springer, und mit dem Abtausch verlässt die stärkste weisse Figur das Brett. Nach ist die Bewertung auf gut zwei Bauern zurückgeschrumpft, und Schwarz hat den Läufer auf f8, den Turm auf e5, alle Figuren zusammen. Wahrscheinlich ist das der Zug, an dem die Partie für Kosteniuk zum ersten Mal wieder zu verteidigen war: Sie steht klar schlechter, sie hat aber genug Zeit auf der Uhr (rund einunddreissig Minuten gegen fünfunddreissig) und keine hängenden Figuren mehr.
Danach spielte Weiss auf den Damenflügel: , und der Springer auf c6 ist eben ein sehr starker Springer. In derselben Phase kam , ein Zug, der acht Minuten und sechsundzwanzig Sekunden kostete; besser war mit der Idee, den zweiten Turm zu tauschen. Die schwarzen Züge, die halten, sind keine schönen Züge, sie sind eine Aufgabe für jeden einzelnen. Am Ende der Reihe stand Schwarz an die dritte Reihe zurückgedrängt, drei Bauern unter dem Strich, mit rund zwölf Minuten auf der Uhr; Weiss hatte nach nur noch acht Minuten und dreissig Sekunden.
IM Olga Badelka (AUT, 2424)
GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495)
Der Zug unter einer Minute: 32.Te8 und 32...f5
Der beste Zug für Weiss war , ein ruhiger Bauernzug, der die Stellung ordnet und den Vorteil bei rund drei Bauern hält. Gespielt wurde , und damit stimmt die Bewachung des Springers c6 nicht mehr: Vorher deckten Turm auf e5 und Dame auf e4 zusammen; jetzt ist nur noch die Dame da, und die kann eben nur an einer Stelle stehen. Es ist ein taktischer Fehler in der Zeitnot, der die klar bessere Stellung in eine ausgeglichene verwandelt.
ist die Antwort, die die Stellung ausgleicht, und Kosteniuk fand sie in gut vierzig Sekunden: Der Bauer greift die Dame an, und wohin die Dame auch geht, gewinnt den Springer. Weiss zog , dann folgte , und nach zwei Springern für einen Turm sind beide Seiten materiell gleichauf.
Die Lektion ist die vom Warten in der schlechteren Stellung: Wer schlecht steht und Zeit auf der Uhr hat, muss den Gegner unter Druck halten und wachbleiben für den Moment, in dem ein Zug ein Feld verlässt, das er noch bewachen sollte. Es ist derselbe Zusammenhang wie in Runde 9, nur mit umgekehrten Vorzeichen: Ein Zug, der unter einer Minute gespielt wird, verliert selten Elopunkte und häufig einen ganzen Punkt.
IM Olga Badelka (AUT, 2424)
GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495)
Fazit
Objektiv war die Partie im dreizehnten Zug entschieden und blieb es zwanzig Züge lang; praktisch entschied sie sich in dem Moment, in dem die weisse Uhr unter eine Minute fiel. Für Kosteniuk ist es der fünfte halbe Punkt in dieser Olympiade und der wichtigste, weil er nicht aus einer haltbaren Stellung kam, sondern aus einer verlorenen. Für die Mannschaft ist es ein halber Punkt an Brett 1, den die Mannschaft brauchte. Das Learning steht in der Reihenfolge der zwei ersten Ungenauigkeiten: Ein aggressiver Zug im zwölften Zug braucht die Vorbereitung im elften und die Fortsetzung im dreizehnten, und wenn eine der drei nicht steht, steht keiner der drei.
Züge
½-½
War diese Analyse hilfreich?