arrow_back Zur Runde 10

Schacholympiade Samarkand 2026 · Frauen · Runde 10 · Brett 2

Polterauer gegen Hryzlova

Partie wird geladen

Live-Übertragung von lichess.org

WFM Chiara Polterauer (AUT, 2083) vs WIM Sofiia Hryzlova (SUI, 2254) · 0-1

Brett 2, Schweiz gegen Österreich, Frauenturnier · Sizilianisch, Najdorf-Variante, Adams-Angriff (B90) · 90 Minuten für 40 Züge, dann 30 Minuten, plus 30 Sekunden pro Zug

Von Bogner AI Coach KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.

Runde 10 des Frauenturniers, Schweiz gegen Österreich: WIM Sofiia Hryzlova sass mit Schwarz an Brett 2 gegenüber WFM Chiara Polterauer. Auf der Rangliste sind rund hundertsiebzig Elopunkte für Schwarz, doch ein Mannschaftskampf misst am Ende Punkte, keine Prognosen. Ein voller Punkt an Brett 2 bringt dem Team den Boden, auf dem an eins, drei und vier noch gespielt werden kann.

Zum zweiten Mal in dieser Olympiade der Najdorf mit Schwarz, diesmal die Adams-Attacke mit statt des Englischen Angriffs aus Runde 4. Was folgt, ist eine Partie in drei Kapiteln: eine Eröffnung, in der Weiss die Reihenfolge einmal verschob und Schwarz sie sofort ausnutzte, ein langer Zug im Zentrum, der die kleine Initiative wieder herschenkte, und ein taktischer Fehler von Weiss im 32. Zug, der die Partie auf einen Springerzug drehte.

Zwanzig Minuten für 19...e4

Nach hatte Sofiia Hryzlova mit sofort a4 und Sd5 die Bühne genommen; die Reihenfolge in der Eröffnung war schon in Runde 4 die entscheidende Kleinigkeit gewesen, und hier wiederholte sie sich mit einem anderen weissen Aufbau. Weiter spielte Schwarz sauber: , , klärten die Struktur, mit war entwickelt, und nach lag ein kleiner Vorteil auf der schwarzen Seite. Der Bauer d5 stand isoliert, der Läufer e7 schaute nach h4 und g5, die Türme waren doppelt auf der c- und der e-Linie.

Der objektiv stärkste Zug war hier , mit einem kleinen strukturellen Vorteil und ohne Risiko. Sofiia Hryzlova überlegte zwanzig Minuten und fünfzig Sekunden und wählte . Der Zug öffnet die grosse Diagonale nach a1 für den Läufer und will die Dame stören. Er löst aber die Spannung im Zentrum auf, bevor sie ihren Ertrag gebracht hat: nach kommt die Dame mit Tempo ins Zentrum, der Bauer d6 hängt, und die schwarze Stellung steht auf null.

Das ist keine Katastrophe, es ist eine Ungenauigkeit von etwa einem Drittel Bauer. Praktisch ist es aber der teuerste Zug der Partie bis dahin: die Uhr ging um zwanzig Minuten zurück, und der kleine Vorteil, den die Eröffnung eingespielt hatte, war weg. Die Spannung im Zentrum wird aufgelöst, wenn ein konkreter Ertrag dafür bereitliegt; sonst ist der stille Figurenzug, der den Vorteil weiterträgt, der stärkere Zug. Zwanzig Minuten für eine Vereinfachung sind eine Rechnung, die selten aufgeht.

WFM Chiara Polterauer (AUT, 2083)

WIM Sofiia Hryzlova (SUI, 2254)

Nach 19.Tac1: Schwarz am Zug steht einen kleinen Deut besser. Zwanzig Minuten und fünfzig Sekunden vergingen, dann kam 19...e4.

Der Bauer auf b2: 22...Lxb2 und der einzige Zug 24...Lc3

Nach stellte sich die Frage, wie der Läufer f6 arbeiten soll. stellte die Dame und gewann ein Tempo für den nächsten Schritt: , und Schwarz hatte einen sauberen Bauern eingesammelt. Es ist ein guter Zug in dem Sinn, in dem ein guter Zug gemeint ist: die richtige Reihenfolge, damit sie klappt. Zuerst der Damentempo mit h5, dann der Schlag auf b2, mit dem Läufer, der jetzt vom Bauern b4 gedeckt steht.

Nach , das den Läufer angreift, kam mit Tempo auf die Dame auf h5, und Weiss musste spielen. Und jetzt ist der einzige Zug, der den Bauern und die Stellung zusammenhält: fällt gut anderthalb Bauern hinter Lc3 zurück, und verliert nach dem Wiederschlag die Qualität ohne Ausgleich. Der Läufer auf c3 steht vom Bauern b4 gedeckt und lässt sich nicht mehr verjagen. Das ist Klasse in einer Zwangsfolge, kein Zufall.

Praktisch war es eine Erholung. Objektiv stand Schwarz nach der Folge nicht mehr klar besser als vor , aber der Bauer auf b2 war eine reale Trophäe, und die weissen Figuren mussten ihn zurückholen wollen. Eine Zwangsfolge zeigt sich am letzten Schlagfall, nicht am ersten: wer bei stehen bleibt, sieht einen Bauernraub; wer bis durchrechnet, sieht die Idee, die den Bauern hält.

WFM Chiara Polterauer (AUT, 2083)

WIM Sofiia Hryzlova (SUI, 2254)

Nach 24...Lc3: Der Läufer hält den Mehrbauern, weil kein anderer Zug ihn hält. Weiss am Zug.

Der Zug, der die Partie drehte: 32.f4

Zwischen dem 25. und dem 31. Zug hatte die Stellung mehrmals gewackelt: , und waren jeweils kleine Ungenauigkeiten von Schwarz, aber Weiss antwortete mit und selbst mit ungenauen Zügen, und die Stellung stand nach wieder auf einem Deut Vorteil für Schwarz. Auf der Uhr hatte Chiara Polterauer noch acht Minuten und dreissig Sekunden, Sofiia Hryzlova zehn Minuten und vierunddreissig Sekunden. Der objektiv beste Zug für Weiss war , der die Stellung im Gleichgewicht hält, ohne etwas zu drohen.

Weiss dachte eine Minute und neunundvierzig Sekunden und wählte . Objektiv ist es ein taktischer Fehler, denn nach stehen der Läufer g5 und der Turm d2 gleichzeitig unter Angriff, und kein weisser Zug rettet beide. Der praktische Grund für ist verständlich: der Bauer greift den Läufer e5 an und will die Feldkontrolle in der Mitte zurück. Nur nimmt die Bauernbewegung dem Springer f6 den einzigen Wächter auf e4 weg, und die Diagonale a7 g1 gegen den König wird gleichzeitig offen.

Sofiia Hryzlova brauchte für die Antwort eine Minute und einundzwanzig Sekunden und spielte . Nach war die Zwiebel geschält, und selbst gibt die Qualität her. Gespielt wurde , der Läufer blieb auf g5, und nach war er weg. Von hier an war Schwarz eine ganze Figur mehr, und die Stellung war entschieden. Vor jedem Bauernzug, der eine Diagonale zum eigenen König öffnet, gehört die Frage: was steht am Ende dieser Diagonale, und wer sitzt dazwischen als Wächter?

WFM Chiara Polterauer (AUT, 2083)

WIM Sofiia Hryzlova (SUI, 2254)

Nach 32.f4: Der Bauer öffnet die zweite Reihe, und der Springer f6 hat das Feld e4 ohne Wächter. Schwarz am Zug.

Sauber eingesammelt: 39...Txc2 bis 42...Sxf2

Nach war die Figur eingesammelt, aber die Zeitkontrolle stand noch aus, und Weiss hatte unter drei Minuten. Sofiia Hryzlova zog ordentlich weiter, ohne Risiko: zieht den Springer aus dem Feuer, räumt die Reihe, bringt ihn zurück ins Spiel. Sie spielte alle diese Züge zwischen achtundzwanzig und siebenundfünfzig Sekunden Bedenkzeit, und sie hatte selbst mehr als fünf Minuten übrig.

Die Schlussfolge ist Buchhaltung: nimmt den Bauern und stellt den Turm auf die zweite Reihe, tauscht Turm gegen Springer, stellt die Dame und lenkt sie ab, nimmt den zweiten weissen Turm. Sowohl auf Weiss kam die Zeitkontrolle mit achtundzwanzig Minuten Zuschlag zur Uhr, aber die Stellung war da schon lange entschieden.

Chiara Polterauer hat sich in Zeitnot ordentlich verteidigt, doch nach war nichts mehr zu halten, und das ist ihr auch nicht anzulasten. Der praktische Punkt für die Verwertung ist einfach: in einer Gewinnstellung sind Tausche der Weg zum Punkt. Jeder Tausch, der den eigenen König sicherer und die gegnerische Aktivität kleiner macht, gehört gespielt.

WFM Chiara Polterauer (AUT, 2083)

WIM Sofiia Hryzlova (SUI, 2254)

Nach 39.Dg5: eine Minute achtunddreissig für Weiss, fünf Minuten fünfundfünfzig für Schwarz. Schwarz am Zug rechnet die Abwicklung durch.

Fazit

Ein voller Punkt an Brett 2 mit Schwarz, gegen eine im Rating gut hundertsiebzig Punkte tiefer stehende Gegnerin, in einer Partie mit einem klaren Wackler und einem sauberen Endspurt. Der teuerste Zug für Schwarz war nach zwanzig Minuten Bedenkzeit; die Erholung folgte sofort mit und dem einzigen Zug , der den Bauern hielt. Der Zug, der die Partie drehte, kam von Weiss: war ein taktischer Fehler, der den Läufer g5 und den Turm d2 mit und gleichzeitig ins Feuer stellte, und keine weisse Antwort rettete beide.

Chiara Polterauer hat den Najdorf sauber angepackt, mit dem ruhigen Adams-System , und die Partie war bis in den 31. Zug ausgeglichen; sie hat unter Druck spielbar entschieden und danach in Zeitnot ordentlich verteidigt. Für Sofiia Hryzlova ist es der zweite Sieg mit dem Najdorf in dieser Olympiade, und für das Team ist es der Boden, auf dem an eins, drei und vier weiter gespielt werden konnte.

Züge

0-1

War diese Analyse hilfreich?

BognerChess App · Warteliste

Solche Analysen, für deine eigenen Partien

Der KI-Coach der neuen BognerChess App findet die kritischen Momente deiner Partien und erklärt sie dir im Klartext. Trag dich auf die Warteliste ein und sei als Erstes dabei.

Auf die Warteliste

Alle Bretter der Runde 10

Die Schweiz spielte mit vier Spielern. Jede Partie ist einzeln kommentiert.