Schach in der Schweiz

Was ist eigentlich die SMM?

Die Schweizerische Mannschaftsmeisterschaft ist der grösste Wettbewerb des Schweizerischen Schachbunds: 349 Mannschaften in sechs Ligen, von der Nationalliga A bis zur 4. Liga. Hier ist, wie sie aufgebaut ist.

7 Min. Lesezeit

SMM heisst Schweizerische Mannschaftsmeisterschaft. Sie ist der grösste Wettbewerb des Schweizerischen Schachbunds: in der Saison 2026 sind es 349 Mannschaften in 49 Gruppen. Wer in der Schweiz im Verein spielt, spielt irgendwann SMM. Der Grossmeister in der Nationalliga A und das Clubmitglied in seiner ersten Turnierpartie sind in derselben Meisterschaft, nur auf verschiedenen Stufen.

Ein Ligabetrieb für Vereine

Die SMM ist ein Ligabetrieb wie im Fussball. Vereine melden Mannschaften, die Mannschaften werden in Gruppen eingeteilt, und jede Gruppe spielt eine Saison lang jeden gegen jeden. Wer seine Gruppe gewinnt, kann aufsteigen; wer hinten landet, steigt ab. Der Sieger der Nationalliga A ist Schweizer Mannschaftsmeister.

Sechs Ligen übereinander: Nationalliga A, Nationalliga B, dann die 1. bis 4. Liga. Nach oben wird es schmaler und stärker. In der Nationalliga A ist es eine einzige Gruppe mit 10 Mannschaften, und pro Verein ist dort nur eine zugelassen, das Fanionteam. Nach unten wird es breiter: die 3. Liga allein hat mehr Gruppen als die drei oberen Ligen zusammen.

Tippen Sie eine Stufe an, um zu sehen, wie sie aufgebaut ist.

Zusammen 349 Mannschaften in 49 Gruppen

Gruppen und Mannschaften: Saison 2026. Durch Auf- und Abstieg spielen etliche Teams im Folgejahr eine Liga höher oder tiefer. Gruppeneinteilung des Verbands

Ein Wettkampf: acht Bretter gleichzeitig, weiter unten weniger

Zwei Mannschaften treffen sich an einem Tag, meist beim Heimverein, und spielen in den oberen Ligen an 8 Brettern gleichzeitig. Brett 1 gegen Brett 1, Brett 2 gegen Brett 2, und so weiter. In der Nationalliga ist die Brettreihenfolge an die gemeldete Spielerliste gebunden, und ein Spieler darf höchstens zwei Bretter davon abweichen. In der 1. bis 4. Liga ist sie frei: dort stellt der Mannschaftsleiter auf, wie er will.

Gespielt wird mit langer Bedenkzeit: 40 Züge in 90 Minuten, dann 30 Minuten, dazu 30 Sekunden pro Zug ab dem ersten. Ein Wettkampf dauert damit vier bis fünf Stunden. In der 2. und 3. Liga sind es sechs Bretter, in der 4. Liga vier.

Mannschaftspunkte entscheiden die Tabelle

Es gibt Einzelpunkte und Mannschaftspunkte, und sie tun Verschiedenes. Das wird oft verwechselt.

Einzelpunkte sind die Partien: ein Sieg ein Punkt, ein Remis ein halber. Über acht Bretter ist ein Wettkampf ab 4½ gewonnen. Mannschaftspunkte sind die Tabelle: zwei für einen gewonnenen Wettkampf, einer für ein Unentschieden, keiner für eine Niederlage. Rangiert wird nach Mannschaftspunkten. Die Einzelpunkte sind nur das erste Kriterium bei Gleichstand.

Deshalb kann eine Mannschaft mit weniger Einzelpunkten über einer anderen stehen. ASK Réti wurde 2026 Dritter mit 40 Einzelpunkten, vor Winterthur mit 41½. Probieren Sie es aus.

Tippen Sie ein Brett an, um Sieg, Remis und Niederlage durchzuschalten.

Einzelpunkte

3½:4½

Mannschaftspunkte

0:2

Wettkampf verloren: null Mannschaftspunkte. Die Einzelpunkte bleiben trotzdem in der Tabelle stehen und können am Ende den Rang retten.

Ab der Nationalliga B wird regional gespielt

Die Nationalliga A ist eine nationale Gruppe. Wer dort spielt, fährt im Lauf der Saison von Genf bis an den Bodensee. Darunter teilt der Verband das Feld auf, damit aus einem Wettkampf nicht ein Wochenende wird.

Die Nationalliga B hat zwei Gruppen, Ost und West. Von der 1. Liga abwärts sind es vier Regionen: Ost, Zentral, Nordwest und West. Eine Mannschaft in der 4. Liga bleibt damit in ihrer Ecke des Landes, statt quer durch die Schweiz zu fahren.

Viele Vereine stellen mehrere Mannschaften, und die verteilen sich über die Ligen. Suchen Sie einen Verein, und Sie sehen jede Mannschaft, die er gemeldet hat.

89 Mannschaften in 12 Gruppen

Nationalliga B1 Gr. · 10 Teams

1. Liga1 Gr. · 8 Teams

2. Liga2 Gr. · 16 Teams

3. Liga4 Gr. · 32 Teams

4. Liga4 Gr. · 23 Teams

Gruppen und Mannschaften: Saison 2026. Durch Auf- und Abstieg spielen etliche Teams im Folgejahr eine Liga höher oder tiefer. Gruppeneinteilung des Verbands

Viele Vereine stellen mehrere Mannschaften. Suchen Sie einen Namen, und Sie sehen jede davon.

Auf- und Abstieg

Die beiden Gruppensieger der Nationalliga B steigen direkt in die Nationalliga A auf. In allen anderen Ligen spielen die beiden Erstklassierten einer Gruppe übers Kreuz gegen die beiden Erstklassierten einer Nachbargruppe. Wer gewinnt, steigt auf.

Der Abstieg ist einfacher geregelt: die beiden Letzten jeder Gruppe steigen ab. Aus der 4. Liga steigt niemand ab, es gibt nichts darunter.

Die SJMM, für Jugendliche bis zwanzig

Wer höchstens zwanzig wird, hat daneben eine zweite Mannschaftsmeisterschaft: die SJMM, an vier Brettern, an fünf Samstagen zwischen Dezember und Juni. Sie ersetzt die SMM nicht. Kein Reglement schliesst das andere aus, und weil die SJMM am Samstag spielt und die Nationalliga meist am Sonntag, lässt sich beides in einem Jahr unterbringen.

Was die SJMM ist und wie sie aufgebaut ist: Was ist eigentlich die SJMM?

Daneben gibt es die SGM, die am Samstag und an kleineren Mannschaften gespielt wird: Was ist eigentlich die SGM?

Wer jung ist und einzeln spielen will, findet das in der SJEM: Was ist eigentlich die SJEM?

Jedes Jahr neu eingeteilt

Weil oben zwei aufsteigen und unten zwei absteigen, sieht die Einteilung jedes Jahr anders aus. Ein Verein, dessen zweite Mannschaft hier in der 2. Liga steht, kann nächste Saison in der 1. oder in der 3. spielen. Die Gruppen und Mannschaftslisten in diesem Beitrag sind die der Saison 2026.

Der Ablauf ist jedes Jahr derselbe. Anmeldeschluss für die Vereine ist Anfang November. Die Gruppeneinteilung, also wer in welcher Liga und Gruppe spielt, erscheint Ende November bis Dezember. Der Spielplan mit den Terminen folgt Januar bis Februar; er muss die Mannschaftsleiter spätestens einen Monat vor der ersten Runde erreichen. Gespielt wird ab Mitte März.

Sieben Monate, neun Runden

Eine SMM-Saison dauert sieben Monate. Sie beginnt im Frühling und endet im Herbst, und zwischen zwei Runden liegen oft mehrere Wochen. In der Nationalliga A sind es neun Runden, in der Regel sieben an einem Sonntag und zwei an einem Samstag; fällt eine Runde mit einem internationalen Turnier zusammen, darf es ein dritter Samstag sein.

Die letzten zwei Runden der Nationalliga A werden zentral gespielt: alle fünf Wettkämpfe am selben Wochenende im selben Saal. Dort wird die Meisterschaft entschieden. Es ist das einzige Wochenende, an dem zwei Runden mit ihren je vierzig Partien nebeneinander laufen. Die genauen Daten einer Saison stehen im Spielplan, den der Verband im Winter davor veröffentlicht.

9 Runden, Nationalliga AMärz bis Oktober

Tippen Sie eine Runde an.

Die Termine legt der Verband mit dem Spielplan fest, meist im Winter vor der Saison. Für 2027 sind sie noch nicht publiziert.

Nationalliga A
i. d. R. 2× Sa, 7× So
Nationalliga B
1× Sa, 8× So
1. Liga
Samstag
2. Liga
Mo–Sa
3. Liga
Mo–Sa
4. Liga
Mo–Sa

Wo man zuschauen kann

Der Verband überträgt die Nationalliga A live auf Lichess, mit allen fünf Wettkämpfen und allen acht Brettern. Die Tabellen und Paarungen aller Ligen stehen auf chess-results, verlinkt von der Seite des Verbands.

Quellen

Alle Zahlen in diesem Beitrag stammen aus dem SMM/SGM-Reglement des Schweizerischen Schachbunds und aus der offiziellen Gruppeneinteilung der Saison 2026.