Schach in der Schweiz

Was ist eigentlich die SGM?

Die älteste der drei Schweizer Mannschaftsmeisterschaften, und die unbekannteste: 275 Mannschaften in fünf Ligen, sieben Samstage pro Saison. In der obersten Liga spielt eine Mannschaft an acht Brettern, in der untersten an vier.

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SGM heisst Schweizerische Gruppenmeisterschaft. Sie ist die älteste der drei Schweizer Mannschaftsmeisterschaften und die unbekannteste. In der Saison 2026/27 spielen 275 Mannschaften mit, 8 mehr als im Vorjahr. Der Verband sprach im März 2026 von der «96-jährigen SGM-Geschichte». Sie läuft also seit rund 1930.

Drei Meisterschaften, alle drei spielbar

Die SMM, die Schweizerische Mannschaftsmeisterschaft, kennt jeder Vereinsspieler: 349 Mannschaften in sechs Ligen, von März bis Oktober, meist am Sonntag. Die SJMM ist die Jugendmeisterschaft, 117 Mannschaften an fünf Samstagen. Die SGM liegt zeitlich dazwischen, mit sieben Samstagen von November bis März.

Die SGM teilt sich das Reglement mit der SMM und wird von derselben Turnierkommission geführt. Sie ist trotzdem eine eigene Meisterschaft, mit eigener Tabelle und eigenem Titel.

Man kann alle drei spielen. Das Reglement zählt die Einsätze eines Spielers «pro Turnier (SMM und SGM)», also je Wettbewerb getrennt. Die Termine kollidieren nicht: die SMM spielt März bis Oktober und meist am Sonntag, die SGM November bis März am Samstag.

Die drei anderen Meisterschaften: Was ist eigentlich die SMM? · Was ist eigentlich die SJMM? · Was ist eigentlich die SJEM?

Fünf Ligen, und nach unten immer weniger Bretter

Oben steht die 1. Bundesliga: eine Zone, acht Mannschaften, acht Bretter. Ihr Sieger heisst Schweizer Gruppenmeister. Darunter kommen zwei Zonen der 2. Bundesliga, vier der 1. Regionalliga, acht der 2. Regionalliga und 20 der 3. Regionalliga. Zusammen 35 Zonen.

Wie viele Bretter eine Mannschaft besetzen muss, hängt von der Liga ab (Art. 7 Abs. 2): acht in beiden Bundesligen, sechs in der 1. Regionalliga, fünf in der 2. Regionalliga, vier in der 3. Regionalliga. Ein Brett ist ein Spieler, also braucht eine Mannschaft in der 3. Regionalliga vier Leute pro Wettkampf und in der Bundesliga acht. Viele kleine Vereine bringen an einem Samstag keine acht zusammen, vier aber schon. Darum gibt es die unteren Ligen.

Die 2. Regionalliga ist die einzige Liga im Schweizer Mannschaftsschach mit fünf Brettern. Ein Wettkampf dort endet nur dann unentschieden, wenn genug Partien remis ausgehen.

Tippen Sie eine Stufe an, dann eine Zone, um die Vereine zu sehen.

Zusammen 275 Mannschaften in 35 Zonen

Warum es Zonen heisst und nicht Gruppen

Das Reglement nennt die Gruppen der SGM nicht Gruppen, sondern Zonen, weil sie geografisch eingeteilt werden. In einer Zone der 3. Regionalliga stehen Vereine aus derselben Gegend, also fährt man zum Wettkampf etwa eine halbe Stunde. In der 1. Bundesliga, die eine einzige Zone für die ganze Schweiz ist, kann die Fahrt mehrere Stunden dauern.

Die Zonen tragen Buchstaben, A bis B in der 2. Bundesliga, A bis T in der 3. Regionalliga. Sortiert sind sie von West nach Ost.

Sieben Samstage von November bis März

Alle Ligen spielen am Samstag um 14:00 Uhr. Die Bedenkzeit ist lang: 40 Züge in 90 Minuten, danach 30 Minuten, plus 30 Sekunden pro Zug ab dem ersten. Die Saison 2026/27 läuft über 7 Runden vom 14. November 2026 bis zum 6. März 2027.

Acht Mannschaften in einer Zone ergeben sieben Runden, jeder gegen jeden, dann ist die Saison vorbei. Die 7. Runde der 1. Bundesliga wird zentral gespielt, alle vier Wettkämpfe am selben Ort.

Danach folgen die Entscheidungs- und Aufstiegsspiele: Entscheidungsspiele am 20. März 2027, 1. Aufstiegsspiele am 10. April 2027, 2. Aufstiegsspiele am 24. April 2027.

Die beiden Bundesligen melden vor der Saison eine Liste mit höchstens 20 Spielern, fällig einen Monat vor der ersten Runde. In den Regionalligen gibt es keine solche Liste.

Geprüft: keiner der 7 SGM-Samstage fällt auf einen Spieltag der Jugendmeisterschaft. Beide spielen samstags im Winter, und die Termine kollidieren trotzdem nicht.

Gleiche Punkte wie in der SMM, anderer Abstieg

Zwei Mannschaftspunkte für einen gewonnenen Wettkampf, einer für ein Unentschieden, keiner für eine Niederlage. Rangiert wird nach Mannschaftspunkten, bei Gleichstand entscheiden die Einzelpunkte. Das ist genau die Wertung der SMM.

Beim Abstieg unterscheiden sich die beiden. In der SMM steigen die beiden Letzten jeder Gruppe ab, in der SGM nur der Letzte. Art. 35 Abs. 1 sagt beides in einem Satz. Aus der 3. Regionalliga steigt niemand ab.

Wie knapp das ausgehen kann, zeigt die Saison 2025/26. Winterthur und Kirchberg lagen in der 1. Bundesliga mit je neun Mannschaftspunkten gleichauf, und über Rang 2 entschied ein halber Einzelpunkt.

Die Einteilung ist keine Pyramide mehr

Ein Ligasystem verbreitert sich nach unten gleichmässig: doppelt so viele Zonen je Stufe, dann passen die Aufsteiger genau. Bei der SGM geht diese Rechnung nicht mehr auf. Unter den 8 Zonen der 2. Regionalliga liegen nicht 16, sondern 20 Zonen der 3. Regionalliga.

Der Verband hat deshalb die Aufstiegsspiele umgebaut. Die 20 Zonensieger spielen zehn erste Aufstiegsspiele. Die vier Sieger daraus mit der schwächsten Saisonbilanz müssen ein zweites bestreiten. Aufsteigen werden am Ende vier Mannschaften.

Vier Rekordsaisons hintereinander

Die SGM hat in den letzten vier Saisons jedes Mal mehr Mannschaften gezählt als in der Saison davor. Der Verband veröffentlicht diese Zahlen jedes Jahr. Vor vier Jahren waren es 217 Mannschaften, jetzt sind es 275. Das Wachstum landet fast nur in der 3. Regionalliga, weshalb die unterste Liga 20 Zonen hat und die darüber nur acht.

Eine Saison fehlt in der Reihe. 2020/21 wurde die SGM nicht ausgetragen.

Den eigenen Verein nachschlagen

Viele Vereine stellen Mannschaften in mehreren Meisterschaften. Die Listen dazu sind drei getrennte Dokumente, und hier wird in allen dreien gesucht.

Der Verband schreibt Vereinsnamen nicht einheitlich. In der SMM steht «Winterthur», in der SJMM «SG Winterthur». Die Suche greift darum auf Wortanfänge, und die drei Listen stehen nebeneinander statt zusammengelegt.

Beispiele:

Die drei Meisterschaften schreiben Vereinsnamen nicht gleich: «Winterthur» in der SMM, «SG Winterthur» in der SJMM. Gesucht wird darum in allen drei Listen nach Wortanfang, und zusammengelegt werden sie nicht. Stand: SMM 2026, SGM 2026/27, SJMM 2026.

Wo man zuschaut

Die zentrale Schlussrunde der 1. Bundesliga wird auf Lichess übertragen, mit allen Brettern. Nur diese eine Runde. Die Tabellen aller Zonen stehen beim Verband.

Wann der Spielplan erscheint

Der Spielplan einer Saison kommt Anfang bis Mitte Oktober, die erste Runde folgt Anfang bis Mitte November. Die Mannschaftslisten in diesem Beitrag sind die der laufenden Saison 2026/27. Anders als bei der Jugendmeisterschaft ist die Einteilung hier schon publiziert.

Quellen

Alle Regeln stammen aus dem SMM/SGM-Reglement des Schweizerischen Schachbunds, alle Zahlen aus dem offiziellen Spielplan der Saison 2026/27. Die Mannschaftszahl ist gegen die Reihe geprüft, die der Verband selbst publiziert. Die Resultate stammen aus seinen Turnierberichten.