Analyse
Die Partie im Detail
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778) vs GM Peter Leko (HUN, 2676) · 1-0
Brett 1, Usbekistan gegen Ungarn · Englisch, Symmetrische Variante, Vierspringersystem (A35)
Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Brett 1 der Runde, Usbekistan gegen Ungarn, und zwei Generationen an einem Tisch: Javokhir Sindarov, 2778, gegen Peter Leko, der vor gut zwanzig Jahren um die Weltmeisterschaft spielte. Sindarov hatte Weiss, eröffnete mit und stand nach in einer symmetrischen englischen Stellung, in der beide Seiten alles richtig machen können und trotzdem niemand etwas bekommt.
Genau so lief sie dann auch. Sindarov gab im zehnten Zug einen Bauern, holte ihn drei Züge später mit einem kleinen Trick zurück, hielt vierzig Züge lang einen Vorteil, der selten grösser war als ein halber Bauer, und entschied die Partie im Endspiel mit einem einzigen Turmzug. Achtundfünfzig Züge Geduld gegen einen Gegner, der Geduld selbst zum Beruf gemacht hat.
Der Bauer, der noch gedeckt ist: 11.Lg5
Der naheliegende Zug verliert eine Figur. Nach schlägt nichts zurück: Die Dame b3 sieht das Feld d4 nicht, der Läufer c1 auch nicht, und der Läufer g2 steht hinter dem eigenen Springer e4. Den Bauern d4 decken Springer c6 und Läufer g7, angegriffen wird er nur vom Springer f3.
Sindarov nahm deshalb nicht, sondern stellte zwei Züge lang weiter auf: und . Beide sind die einzigen Züge, die die Stellung im Gleichgewicht halten. kostet gut einen halben Bauern, und je gut anderthalb, und ist ausgerechnet der Zug, den auf diesem Niveau etwa jeder Dritte spielt, weil er so vernünftig aussieht.
Der Punkt ist der Springer c6. Nach steht er auf b4 und deckt d4 nicht mehr, und erst jetzt geht . Der Gegenschlag greift den Läufer an, der von nichts gedeckt ist, und Weiss steht danach gut einen Bauern besser. Die Regel dahinter gilt in jeder Eröffnung: Einen gedeckten Bauern nimmt man nicht, man lockt zuerst den Verteidiger weg.
GM Peter Leko (HUN, 2676)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Den Verteidiger weglocken: 17.Sf6+
Dasselbe Motiv, vier Züge später und mit umgekehrten Vorzeichen. Die Dame a3 greift den Springer b4 an, und genau eine Figur deckt ihn: der Springer d5. Wer hier Material zählt, bevor er Deckungen zählt, spielt und hat die Dame für einen Springer gegeben.
ist die Antwort. Der Springer stellt sich mit Schach auf ein Feld, das nur der Springer d5 und der Läufer g7 schlagen können, und beide werden dabei von b4 weggezogen. Nach sind die Springer getauscht und das Material ist wieder gleich; nach dasselbe.
Die Reihenfolge zählt dabei mehr als der Zug. sieht gleich aus, ist aber einen guten Drittelbauern schlechter, weil Schwarz dann den Läufer f6 behält und die lange Diagonale ihm gehört. Prüfen Sie bei jeder gerechneten Abwicklung zuletzt die Reihenfolge: Meist gibt es nur eine, die auch die Figuren stehen lässt, die Sie danach brauchen.
GM Peter Leko (HUN, 2676)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Der Läufer, der weg muss: 20.Le5
Der Läufer g7 ist Lekos beste Figur. Er steht auf der langen Diagonale, er deckt den König, und solange er dort steht, hat Weiss auf den dunklen Feldern nichts zu holen. Sindarov spielte deshalb : Leko deckte mit nach, und Weiss tauschte trotzdem.
Was mir an diesen beiden Zügen gefällt, ist wie wenig sie einbringen. ist etwa einen Fünftelbauern besser als alles andere, noch etwas weniger, und beide wählt auf diesem Niveau praktisch niemand. Gesucht wird fast immer , das den Bauern a2 aus der Diagonale des Läufers d5 nimmt und nicht schlecht ist, nur ein Zug ohne Plan.
Ein Fünftelbauer ist objektiv nichts und praktisch die halbe Partie: Auf g7 steht jetzt ein Springer statt eines Läufers, und die dunklen Felder um Lekos König gehören niemandem mehr. Fragen Sie bei einem winzigen Vorteil nicht, welcher Zug ihn vergrössert, sondern welche gegnerische Figur Ihnen am meisten im Weg steht.
GM Peter Leko (HUN, 2676)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Der Turm nimmt den gedeckten Bauern: 51.Txf7
Fünf Bauern gegen fünf, Turm und Springer gegen Turm und Springer, und Weiss steht knapp einen Bauern besser, ohne einen mehr zu haben. Der natürliche Zug ist , und fast jeder spielt ihn: Er nimmt den ungedeckten Bauern, gibt dafür den eigenen Bauern e4 her, und die Partie läuft mit demselben kleinen Vorteil weiter.
nimmt stattdessen den Bauern, der gedeckt ist, weil der Turm gar nicht zu holen ist: gewinnt den Turm mit einer Gabel zurück, und Weiss bleibt einen Bauern vorne. Der König muss also stehen bleiben, und dann ist der Bauer f7 einfach weg.
Leko nahm nicht und spielte , und aus knapp einem Bauern wurden gut anderthalb. ist dabei der einzige Zug, der überhaupt etwas festhält: Nach oder hat Schwarz den Bauern zurück und die Stellung ist wieder ausgeglichen. Die Lehre: Bevor Sie den freien Bauern nehmen, prüfen Sie den gedeckten. Ein Bauer, den eine Figur deckt, ist oft genau deshalb zu haben, weil diese Figur beim Schlagen ihren Platz verlässt.
GM Peter Leko (HUN, 2676)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Zwei Bauern gegen einen: 54.Sh4
Die Mehrheit am Damenflügel entscheidet, und der ungeduldige Zug gewinnt auch. Er ist nur gut einen Bauern weniger wert als das, was Sindarov spielte, und der ganze Unterschied steckt in einem einzigen Zwischenzug.
Sindarov schaltete einen Zug dazwischen: . Der Springer greift von h4 den Bauern g6 an, Schwarz muss ihn mit decken, und der Springer e7 ist am Damenflügel ein Zug weiter weg als vorher. Erst danach ging der Bauer los, und jetzt läuft er.
Der Rest ist Rechnen. gibt den Springer für den letzten schwarzen Bauern am Königsflügel und macht den Bauern g5 zum Freibauern, und der Bauer b7 kostet den Turm: lässt Weiss mit Turm gegen Springer und einem Freibauern auf g5 zurück. Leko gab auf. Wenn Sie eine Bauernmehrheit haben, ist die häufigste Frage nicht ob, sondern wann: Erst die Figur auf ihr bestes Feld, dann der Bauer.
GM Peter Leko (HUN, 2676)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Fazit
Eine Partie, in der fünfzig Züge lang nichts passiert und die trotzdem gewonnen wird, sagt mehr über einen 2778er aus als jedes Opfer. Sindarovs Vorteil war bis zum fünfzigsten Zug selten grösser als ein halber Bauer, und mehr als einen ungenauen Damenzug im zweiunddreissigsten leistete er sich nicht. Dann kam mit der eine Zug, den niemand spielt, Leko wich ihm aus, und ab dem vierundfünfzigsten Zug lief die Mehrheit am Damenflügel. Ein Punkt an Brett 1 für Usbekistan gegen Ungarn, und ein gutes Beispiel dafür, dass Geduld kein Verzicht auf Ehrgeiz ist, sondern seine ausdauerndste Form.
Züge
1-0
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