Analyse
Die Partie im Detail
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778) vs GM Matthias Bluebaum (GER, 2662) · 1-0
Brett 1, Usbekistan gegen Deutschland · Läufereröffnung, Wiener Hybrid, Hromádka-Variante (C28) · 90 Minuten für 40 Züge, dann 30 Minuten, plus 30 Sekunden pro Zug
Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Runde 8 der Olympiade, Brett 1 Usbekistan gegen Deutschland: Javokhir Sindarov, 2778, mit Weiss gegen Matthias Bluebaum, 2662. Nach vier Runden auf Brett 1 mit einem Sieg gegen Leko und drei Remis sass Sindarov an einem Nachmittag, an dem die Rangliste an den Spitzenbrettern gemacht wird, in einer Läufereröffnung mit und , der Sorte Stellung, die Weiss nichts erzwingt und Schwarz nichts schuldet.
Vier Züge später hatte er die Figur. Von bis lief eine Serie, die von Weiss aus so klar ist wie eine Übungsaufgabe, und Schwarz stellte auf drei der vier Fragen eine akzeptable Antwort. Die restlichen dreissig Züge wurden dann nicht mehr auf dem Brett entschieden, sondern auf Bluebaums Uhr.
Der Vorstoss, der arbeiten darf: 16.d5
Der Bauer nach d5 stellt eine ruhige Frage. Er greift c6 an, klärt die Mitte und lädt Weiss zu einem Tausch am Bauern c6 ein. Zwei Antworten stehen bereit. Nach ist das Material gleich und Weiss hat nichts Ernstes: Der König steht auf g8, der Läufer e7 wird von der eigenen Dame und vom eigenen König gedeckt, und der leichte Weissvorteil bleibt in der Grössenordnung eines Viertels Bauer.
Bluebaum spielte , den Springertausch, der wie eine Vereinfachung aussieht. Es ist der taktische Fehler dieser Partie und nicht eine Frage der Zugreihenfolge. Nach steht der Läufer e7 auf einer offenen Linie mit dem eigenen König noch auf e8, und Schwarz hat einen einzigen Zug, der die Stellung überhaupt halbwegs hält: . Alles andere reicht Weiss die Figur, und alles andere ist der Zug, den in dieser Stellung fast jeder spielt.
Der Zug, den er nicht fand, war der einfachere: . Wenn der Gegner mit einem Bauernvorstoss die Mitte klärt und Sie zwei sinnvolle Antworten haben, ist die Frage nicht, welche mehr vom Brett räumt. Sie ist, welche Ihrem König erlaubt, dort zu bleiben, wo er hingehört.
GM Matthias Bluebaum (GER, 2662)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Der eine Zug: 19.Txe7
Zwischen und lag Bluebaums verlorener Zug: . Mit dem König noch auf e8 hätte einfach den Turm verloren, weil der König den Läufer deckt. Der einzige Zug, der auch nach den Nachteil bei etwa einem halben Bauern hält, war . Nach verliert Schwarz den Bauern a7 zurück, aber der Läufer bleibt auf dem Brett.
ist der Zug, den in einer solchen Stellung fast jeder Mensch spielt. Der König muss weg, die Türme müssen sich sehen, und die Rochade ist die schnellste Antwort. Sie ist auch die einzige, die verliert.
Für Sindarov war die Antwort dann keine Rechnung mehr. ist der einzige Zug, der die Stellung entscheidet: verliert einen guten dreiviertel Bauern, einen ganzen. Die Folge steht in einem Rutsch: . Schwarz holt den Läufer zurück, aber das Material war die halbe Rechnung; am Ende der Folge ist Weiss knapp einen Bauern besser, die Dame steht aktiv, und die g-Linie neben dem eben rochierten schwarzen König ist offen. Wenn ein Zug allein gewinnt und alle anderen nur halten, ist er es wert, dreimal geprüft zu werden.
GM Matthias Bluebaum (GER, 2662)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Die praktische Wahl: 30.Dd6
Zwanzig Züge lang trug Sindarov seine Stellung durch die Partie. , , , , , : Zug für Zug wurde die schwarze Verteidigung enger. Auf der Uhr geschah dabei das Zweite: Nach stand Bluebaum bei dreizehn Minuten und einunddreissig Sekunden, nach bei vier Minuten und vierundfünfzig, nach bei drei Minuten und fünfunddreissig.
Sindarov spielte . Objektiv ist der Zug rund einen Drittelbauern schlechter als , das mit mehr Druck aufbaut und die Figuren schneller koordiniert. In der Partie ist er der einfachere Zug: Die Dame zentralisiert sich, bietet einen Damentausch an und lässt Bluebaum keine Rechnung neuer Sorte anfangen. Es ist der Zug eines Spielers, der weiss, dass er gewonnen hat, und den Gegner nicht mehr eingeladen sehen möchte, etwas zu finden.
Die Trennung von objektivem und praktischem Urteil hilft in solchen Momenten. Der objektive Zug ist derjenige, der die Stellung am schnellsten schärfer macht. Der praktische Zug ist derjenige, der auf einer Uhr, die noch drei Minuten anzeigt, keinen neuen Rechenweg öffnet. Wenn Sie gewinnen und der Gegner in Zeitnot steht, ist der praktische Zug fast immer der bessere. Er lässt Sie am Ende der Partie ankommen.
GM Matthias Bluebaum (GER, 2662)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Bluebaum unter zwei Minuten: 33...Dd7
Nach hatte Bluebaum die weisse Dame vom Feld d6 vertrieben und einen Zug Luft geschaffen. Auf der Uhr blieben ihm eine Minute und sechsundvierzig Sekunden für neun Züge bis zur Zeitkontrolle. schwächt die zweite Reihe, und nach muss Schwarz die achte Reihe verteidigen.
Der einzige Zug, der die Stellung noch trägt, war . Nach hält die Verteidigung, weil die Dame den Königsflügel deckt und der Turm den König. stellt die Dame stattdessen genau dort ab, wo die weissen Türme sie schlagen können. Vier Züge später steht der schwarze König auf d6: .
Zwei Minuten und fünfzehn Sekunden hatte Bluebaum für diese Serie zur Verfügung. Die praktische Regel dahinter braucht keinen Schnickschnack: unter zwei Minuten spielen Menschen den Zug, der die Dame aus der Wurflinie der Türme herausnimmt. Er ist selten der Zug, der die Stellung hält.
GM Matthias Bluebaum (GER, 2662)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Fazit
Achtundvierzig Züge, eine Figur ab dem neunzehnten, und ein zweiter Sieg in Samarkand nach dem in Runde 5. Der Weg dorthin war ein anderer als gegen Leko: dort achtundfünfzig Züge Geduld für einen halben Bauern, hier vier Züge Rechnung für eine ganze Figur, dann zwanzig Züge Konsolidierung und dreizehn Züge Uhr. Wer beides in derselben Woche findet, sammelt an Brett 1 auf dem Weg nach Genf die Punkte, die man dort sammeln muss.
Züge
1-0
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