Analyse
Die Partie im Detail
GM Gukesh D (IND, 2703) vs GM Shamsiddin Vokhidov (UZB, 2654) · ½-½
Brett 3, Indien gegen Usbekistan · Nimzowitsch-Indische Verteidigung, Dreispringervariante (E21)
Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Im Spitzenkampf der sechsten Runde, Indien gegen Usbekistan, sass Gukesh D mit Weiss gegen einen Grossmeister mit 2654. Es wurde eine Nimzowitsch-Indische Partie, in der die Damen schon im zwölften Zug getauscht wurden und in der danach nie mehr als ein halber Bauer zwischen den beiden Seiten lag. Vierzig Züge, kein Fehler auf beiden Seiten, ein halber Punkt.
Der Zug, für den sich die Partie lohnt, steht im vierzehnten. Weiss war einen Bauern hinten und konnte ihn sofort zurückholen, tat es aber nicht: schlägt zuerst den Springer, der Bauer kommt einen Zug später. Die naheliegende Reihenfolge hätte Schwarz knapp einen Bauern Vorteil gegeben. Am Schluss stand Gukesh einen Bauern vorn und musste trotzdem einwilligen.
Fast die Hälfte schlägt hier mit dem Bauern: 8.Ld2
Nach steht der Springer ungedeckt und wird vom Springer c3 bereits angegriffen. greift ihn ein zweites Mal an. Die Hauptfortsetzung ist , nach der gut die Hälfte der Spieler greift; ist eine Nuance bescheidener und praktisch gleichwertig. Schwarz deckt den Springer nicht, sondern spielt , und nach kommt die Figur mit Schach zurück: .
Geschlagen wird jetzt mit dem Läufer, nicht mit dem Bauern: . Nach nimmt die Dame den Turm in der Ecke und findet von dort auch wieder heraus. Weiss hat Turm und Bauer gegen einen Läufer gegeben und dafür nur Zeit bekommen, und rund zwei Bauern Rückstand sind nach acht Zügen zu viel für jede Eröffnungsidee. Von den vier erlaubten Zügen ist der beste: kostet gut einen Viertelbauern und die Rochade, kostet deutlich mehr.
Auf diesem Niveau schlägt hier trotzdem fast die Hälfte mit dem Bauern, weil bxc3 in der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung der Normalfall ist. Die Regel dahinter ist einfacher, als sie aussieht: Bevor Sie ein Schach mit einem Bauern wegschlagen, schauen Sie sich die Linie und die Diagonale an, die der geschlagene Stein freigibt. Hier vererbt der Läufer c3 seine eigene Diagonale an die Dame auf a5, und die steht dort seit dem sechsten Zug.
GM Shamsiddin Vokhidov (UZB, 2654)
GM Gukesh D (IND, 2703)
Erst der Turm, dann der Tausch: 12.De3
greift den Bauern c4 an und stellt Weiss die Planfrage. bietet den Damentausch an, und nach hat Weiss Doppelbauern auf e2 und e3 und dafür die halboffene f-Linie und einen König, der im Endspiel sofort losgehen darf. Genau das geschah: , , .
Etwas mehr hielt dieselbe Idee einen Zug später: bringt den Turm auf die c-Linie, bevor die Damen fallen, und bewahrt gut einen Viertelbauern. Nach ist die Stellung glatt ausgeglichen. Das ist keine Ungenauigkeit, sondern eine Entscheidung, und im Spitzenkampf nimmt man mit Weiss ein ruhiges, gesundes Endspiel gern.
Ein Damentausch ist kein Zug, sondern ein Tauschgeschäft. Fragen Sie vor dem Angebot, was Sie kaufen und womit Sie zahlen. Weiss kauft hier einen aktiven König und eine offene Linie und zahlt mit der Bauernstruktur, und die beiden Posten halten sich fast genau die Waage. Wenn Sie den Preis nicht benennen können, haben Sie ihn noch nicht gesehen.
GM Shamsiddin Vokhidov (UZB, 2654)
GM Gukesh D (IND, 2703)
Die Reihenfolge ist der ganze Zug: 14.Lxc6
Fast jeder spielt hier , und fast jeder steht danach schlechter: treibt den Springer zurück, Schwarz hat mit d5 und e6 ein Zentrum und den Springer c6 dazu, und aus einer gleichen Stellung wird knapp ein Bauer für Schwarz. Der Unterschied zwischen den beiden Schlagzügen beträgt mehr als einen Bauern.
dreht die Reihenfolge um und kostet nichts, denn der Bauer c4 läuft nicht weg. Dafür ist der Springer c6 verschwunden, der Bauer d7 steht auf c6 und kommt nie mehr nach d5, und er steht auf einer Linie, auf der Weiss keinen Bauern mehr hat. Die Türme gingen sofort dorthin: und . Der schwarze König übernahm die Verteidigung, und , und stand damit gut, aber gebunden.
Wenn Sie einen Bauern zurückgewinnen können, fragen Sie zuerst, was der Rückgewinn dem Gegner erlaubt. Ein Zug Aufschub, der einen Verteidiger abtauscht und einen gegnerischen Bauern auf ein Feld zwingt, das er nie mehr verlässt, ist oft mehr wert als das Tempo. Der Bauer c6 war ab hier das Thema der Partie, und er fiel zwanzig Züge später.
GM Shamsiddin Vokhidov (UZB, 2654)
GM Gukesh D (IND, 2703)
Der Raum und die Antwort darauf: 25...g5+
Im Doppelturmendspiel nahm Gukesh Raum: , , , und der König marschierte mit und mitten hinein. Der Plan ist richtig und sauber vorgetragen, nur gab die Stellung nie mehr her als einen Hauch. Ein Bauernpaar mehr auf dem Flügel wiegt wenig, solange der Gegner die Felder hat, auf denen er die Bauern stellen kann.
ist die direkteste Antwort. Der Bauer gibt Schach und bietet sich gleichzeitig an: , und der h-Bauer, der den Raumgewinn tragen sollte, ist vom Brett, der König zurück auf f3. Mit holte Weiss den Bauern zwar ab, aber auf einem Flügel, der inzwischen fast leer war. Halten liess sich die Stellung auch mit dem ruhigen ; erledigt die Frage sofort.
Gegen einen Raumvorteil am Flügel ist der Vorstoss, der einen Abtausch erzwingt, meist besser als das Abwarten. Jedes Bauernpaar, das verschwindet, verkleinert die Fläche, auf der der Raumvorteil überhaupt wirken kann. Wer verteidigt, zählt deshalb nicht Bauern, sondern Abtauschmöglichkeiten.
GM Shamsiddin Vokhidov (UZB, 2654)
GM Gukesh D (IND, 2703)
Ein Mehrbauer, der nichts wiegt: 39.Tg2
Der Bauer c6 fiel im vierunddreissigsten Zug. Schwarz nahm mit den weissen b-Bauern und liess dafür zu, ein fairer Tausch, nach dem Weiss wieder einen Bauern vorn stand. Der Bauer, den auf c6 gezwungen hatte, war der Bauer, der schliesslich fiel.
Gewonnen ist damit nichts, und zeigt, warum: Weiss bot den Turmtausch an, Schwarz nahm, und nach stehen die weissen Bauern auf e2, e4 und g4, die schwarzen auf e6 und f7. Drei gegen zwei, aber die drei stehen auf zwei Linien, der Mehrbauer ist ein Doppelbauer, und der schwarze König steht mit direkt davor. Hier wurde die Partie beendet.
Turmendspiele mit einem Mehrbauern auf nur einem Flügel gelten als remis, und ein Doppelbauer nimmt dem Mehrbauern den Rest. Zählen Sie im Turmendspiel deshalb Linien, nicht Bauern: Ein Mehrbauer trägt, wenn er eine eigene Linie hat und einen Freibauern bilden kann, und sonst nicht.
GM Shamsiddin Vokhidov (UZB, 2654)
GM Gukesh D (IND, 2703)
Fazit
Ein halber Punkt im Spitzenkampf, und vierzig Züge, in denen keine der beiden Seiten je mehr als gut einen halben Bauern hergab. Gukesh D hat im achten Zug mit der richtigen Figur geschlagen, im vierzehnten die Reihenfolge gefunden, die fast niemand findet, und danach ein Endspiel geführt, in dem er nichts riskierte und nichts verschenkte. Dass zum Schluss ein Mehrbauer auf dem Brett stand, macht das Remis nicht zur verpassten Chance: Ab dem Damentausch lag nie mehr als ein halber Bauer zwischen den Lagern, und diesen Rahmen hat niemand je verlassen. Zum Mitnehmen bleiben drei Fragen, die in jeder Partie vorkommen: Welche Linie gibt der geschlagene Stein frei, was erlaubt mein Rückgewinn dem Gegner, und wie viele Linien hat mein Mehrbauer wirklich für sich?
Züge
½-½
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