IM Sebastian Mihajlov (CRC, 2372) vs IM Fabian Bänziger (SUI, 2426) · ½-½
Brett 3, Schweiz gegen Costa Rica · Sizilianisch, Najdorf-Variante, Adams-Angriff (B90)
Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Fabian Bänziger sass an Brett 3 mit Schwarz gegen einen Internationalen Meister mit 2372, also gegen einen Gegner auf Augenhöhe, und griff zur schärfsten Waffe, die das Sizilianische anzubieten hat: dem Najdorf. Weiss antwortete mit , dem Adams-Angriff, einem Zug, der nach nichts aussieht und nur eines will, nämlich dem weissen Springer das Feld d5 offenhalten.
Genau um dieses Feld ging die ganze Partie. Schwarz gab es im neunten Zug aus der Hand, holte es sich mit dem Befreiungsschlag zurück, stand ab dem siebenundzwanzigsten Zug besser, liess zwei Gelegenheiten aus und rettete den halben Punkt am Ende mit einem Turmopfer und Dauerschach. Achtundvierzig Züge, in denen mehr passiert als in manchem Turnier.
Der Läufer gehört nach e6: 9...b6
Im Najdorf mit hat Schwarz das Zentrum verriegelt und dafür das Feld d5 dauerhaft geschwächt. Der Standardzug dagegen heisst , und er ist keine Entwicklungsfrage, sondern eine Besetzungsfrage: Der Läufer schaut auf d5 und schlägt jeden Springer, der sich dorthin traut.
Gespielt wurde mit , und der Läufer steht dort auf der langen Diagonale hinter dem eigenen Bauern e5 und deckt d5 nicht. Der Unterschied ist ein knapper Drittelbauer, also klein, aber er ist die Ursache von allem, was in den nächsten zehn Zügen geschieht. Weiss manövrierte , und , und im siebzehnten Zug stand ein Springer auf d5.
Die Regel dahinter gilt weit über den Najdorf hinaus: Wenn Sie in der Eröffnung ein Feld schwächen, entwickeln Sie die Figur dorthin, die dieses Feld deckt, und nicht die, die am schönsten steht. Ein Läufer auf der langen Diagonale sieht aktiv aus, ein Läufer auf e6 hätte hier gearbeitet.
IM Sebastian Mihajlov (CRC, 2372)
IM Fabian Bänziger (SUI, 2426)
Der Befreiungsschlag: 21...d5
Schwarz hat die beiden weissen Springer auf d5 abgetauscht, mit Springer und Läufer dafür bezahlt und sitzt mit zwei Schwächen da: dem rückständigen Bauern d6 und dem Bauern b4, den niemand deckt. Wer hier passiv verteidigt, verteidigt lange. löst beide Probleme in einem Zug, weil ein rückständiger Bauer aufhört, rückständig zu sein, sobald er vorwärts geht.
Der Bauer ist dabei gar nicht wirklich zu haben. Nach kommen die schwarzen Figuren mit Schach und Tempo ins Spiel, und die beiden Bauern sind weniger wert als das: Schwarz steht dort klar auf Gewinn. Weiss verzichtete deshalb mit und liess die Spannung stehen, und nach hatte Schwarz das bessere Spiel. Die Alternativen und kosten je einen Drittelbauern, und der geht genau in die Verteidigung des Bauern d6.
Der Vorstoss des rückständigen Bauern ist einer der wenigen Hebel, die eine passive Stellung sofort verwandeln. Prüfen Sie ihn in jeder Stellung, in der Sie eine solche Schwäche haben, und rechnen Sie ihn auch dann nach, wenn er zunächst einen Bauern kostet. Aktive Figuren sind fast immer mehr wert als ein heiler Bauer auf einem Feld, das Sie sowieso bewachen müssen.
IM Sebastian Mihajlov (CRC, 2372)
IM Fabian Bänziger (SUI, 2426)
Der Springer will nach f4: 30...Sh5
Schwarz steht hier rund anderthalb Bauern besser: Die Dame auf d4 ist die beste Figur auf dem Brett, der Bauer b4 ist zum Trumpf geworden, und der weisse König hat nur noch Bauern vor sich. Der Zug, der das in Gewinn verwandelt, heisst , mit dem Ziel f4. Von dort greift der Springer h3 und g2 an, und der weisse König hat keinen Verteidiger mehr, der beide Felder hält.
Gespielt wurde , der Bauer statt des Springers, und nach ist von den anderthalb Bauern gut ein halber übrig. Der Unterschied liegt darin, wer am Königsflügel schneller ist: bringt eine Figur ins Angriffsgebiet, bringt einen Bauern, und Bauern brauchen zwei Züge für das, wofür ein Springer einen braucht.
Wenn Sie deutlich besser stehen und der gegnerische König schwach ist, zählen Sie vor jedem Bauernzug die Figuren, die schon angreifen. Sind es weniger als drei, ist fast immer der Zug richtig, der die nächste Figur heranholt. Bauernstürme sind das Mittel, wenn die Figuren bereits stehen, nicht davor.
IM Sebastian Mihajlov (CRC, 2372)
IM Fabian Bänziger (SUI, 2426)
Die Linie aufmachen: 40...e4
Der Springer steht jetzt auf f4, wo er zehn Züge früher hingehört hätte, und die Stellung ist gut zwei Bauern wert, vorausgesetzt Schwarz spielt . Der Bauer geht vor, die Diagonale a1 bis h8 geht für die Dame auf, und der Bauer f3 wird zum Angriffsziel. Die Hauptvariante lautet , und dort stehen Dame und Springer beim weissen König, während Schwarz Material zurückgewinnt.
Gespielt wurde , ein Sicherheitszug, der den König aus jedem Schach nimmt und dafür den Moment verpasst. Nach ist die Stellung wieder ausgeglichen, und Schwarz muss von vorne anfangen.
Das ist das Muster, das ich bei starken Amateuren am häufigsten sehe: Man steht besser, sichert prophylaktisch ab und merkt zwei Züge später, dass der Vorteil eine Gelegenheit war und keine Eigenschaft. Ein Vorteil, der nicht in einen konkreten Zug umgesetzt wird, verschwindet. Die Frage lautet nicht, ob die Stellung sicher ist, sondern welcher Zug hier und heute etwas erzwingt.
IM Sebastian Mihajlov (CRC, 2372)
IM Fabian Bänziger (SUI, 2426)
Der Turm, der sich opfert: 44...Td7
Mit stellte Schwarz den Turm ungedeckt vor den weissen Turm, und ist die einzige Antwort, die ein Mensch spielt. Das war kein Versehen, sondern eine Rechnung: Schwarz hat Dame und Springer beim weissen König, und zwei Figuren reichen für Dauerschach, wenn die Felder stimmen.
Im Diagramm gibt es genau einen Zug, und alles andere verliert. , die Stellung wiederholt sich, und Weiss kommt aus den Schachs nicht heraus. Remis. Die Alternativen zeigen, wie schmal der Grat war: kostet die Dame, und verliert ähnlich schnell.
Vor war objektiv besser und hielt gut einen Bauern. Fabian Bänziger entschied sich stattdessen für das Remis, das er ausrechnen konnte, und das ist im Mannschaftskampf eine legitime Wahl. Wichtig ist die Reihenfolge: Erst das Dauerschach bis zum Ende durchrechnen, dann das Material hergeben. Wer umgekehrt vorgeht, opfert und sucht das Schach danach.
IM Sebastian Mihajlov (CRC, 2372)
IM Fabian Bänziger (SUI, 2426)
Fazit
Die aufregendste Schweizer Partie der Runde, und die mit den meisten offenen Fragen. Fabian Bänziger verlor im neunten Zug die Kontrolle über d5, holte sich die Stellung mit zurück, spielte sich in einen klaren Vorteil und liess ihn zweimal liegen, im dreissigsten Zug mit dem Bauern statt dem Springer und im vierzigsten mit einem Sicherheitszug statt dem Vorstoss. Am Ende fand er die Abwicklung, die den halben Punkt sicherte, und tat es mit einem Turmopfer, das man bis zum letzten Schach gerechnet haben muss. Ein halber Punkt mit Schwarz gegen einen Internationalen Meister, und der dritte im Match gegen Costa Rica, das die Schweiz mit 2,5 zu 1,5 gewann.
Züge
½-½
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