arrow_back Zur Runde 9

Schacholympiade Samarkand 2026 · Frauen · Runde 9 · Brett 1

Kosteniuk gegen Babic

Partie wird geladen

Live-Übertragung von lichess.org

GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495) vs WFM Milana Babic (BIH, 2196) · 1-0

Brett 1, Schweiz gegen Bosnien und Herzegowina, Frauenturnier · Caro-Kann, Zweispringerspiel, Mindeno-Variante, Abtauschlinie (B11) · 90 Minuten für 40 Züge, dann 30 Minuten, plus 30 Sekunden pro Zug

Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.

Runde 9 des Frauenturniers, Schweiz gegen Bosnien und Herzegowina. GM Alexandra Kosteniuk sass an Brett 1 mit Weiss gegenüber WFM Milana Babic, und für einmal stand das Plus auf der Schweizer Seite: gut dreihundert Punkte Unterschied, nach zwei Runden, in denen es umgekehrt gewesen war. Nach einem Sieg, drei Remis und zwei Niederlagen wartete die Mannschaft an Brett 1 auf einen ganzen Punkt.

Die Partie hatte zwei Gesichter. Bis zum dreiundzwanzigsten Zug baute Weiss die Stellung mit einer langen Reihe bester Züge auf, der schwarze König stand am Damenflügel im Kreuzfeuer eines Bauernsturms. Dann kam , und der Vorteil brach zusammen. Was am Ende entschied, war nicht die eigene Rechnung, sondern der Fehler der Gegnerin in Sekundennot.

Der Bauernsturm baut sich auf: 15.f4 bis 20.Lf2

Die Eröffnung war noch offen: der Läufer auf f3 gab sich gegen den Springer, die Damen tauschten sich am Damenflügel nicht ganz aus, und im 15. Zug war die Frage, wohin der weisse König geht. liess sie offen und stellte im Zentrum eine Frage. Die Antwort war , und damit hatte der schwarze König die Adresse c8, bevor der weisse eine hatte.

Von hier an spielte Kosteniuk sechs Züge in Folge den jeweils besten der Stellung: räumt die Diagonale d1 bis h5, macht den Damenflügel zur Zielrichtung, hält die Dame auf der einzigen Diagonale, die nach h5 zeigt und dabei den König auf e1 nicht verlässt, und heben den Läufer über die eigene Reihe hinauf. Zusammen sieht das Bild so aus: alle vier weissen Leichtfiguren zielen auf den Damenflügel, der Bauer b4 macht den Anfang, der Bauer c2 wartet auf c3 und darauf, dass die schwarze Kette zerbricht.

Die alte Regel hinter der ganzen Anlage lautet, dass man am Flügel spielt, auf den die eigene Bauernkette zeigt, und dass man nicht dorthin rochiert, wo die gegnerischen Bauern schon losgelaufen sind. Als gespielt wurde, war noch nicht auf dem Brett; aber die weissen Bauern standen so, dass sie dorthin unterwegs waren. Wer lang rochiert, muss die nächsten drei Bauernzüge des Gegners nicht raten, sondern rechnen.

WFM Milana Babic (BIH, 2196)

GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495)

Nach 19...d4: Der schwarze König steht auf c8, der weisse Bauer b4 zeigt auf ihn. Weiss am Zug.

Ein langer Nachdenker, der falsche Zug: 24.Lg3

Zwischen und lief eine kleine Abwicklung, die Schwarz einen Bauern zurückgab und Weiss den Läufer h4 einbrachte; das Bild aus dem letzten Diagramm blieb im Kern bestehen, nur zeigte jetzt die weisse Dame von f4 aus zusätzlich auf f7. Der Weg zur Verwertung war einfach zu benennen: die Türme aufs Brett bringen, dann den Bauern c2 nach c3 laufen lassen, dann drücken.

war der Zug: der Turm nimmt die e-Linie, die weissen Figuren stehen alle zusammen, und der Vorteil bleibt bei anderthalb Bauern. Beste Alternative war , dahinter . Gespielt wurde nach acht Minuten Nachdenken , ein bescheidener Zug, der lokal einen Turm angreifen soll. Er ist ein taktischer Fehlgriff im wörtlichen Sinn: aus einem klar besseren Vorteil wird eine Stellung, in der beide Seiten ihre Chancen haben.

Die menschliche Erklärung ist, dass aussieht, als hätte er einen konkreten Zweck; die objektive lautet anders: ein Zug, für den man acht Minuten braucht, ist selten der, der nur die Dinge weitertreibt, die schon gut stehen. Fragen Sie bei einem langen Nachdenker zuerst, ob es einen forcierten Gewinn gibt; wenn nicht, ziehen Sie den nützlichen Zug, nicht den anspruchsvollen.

WFM Milana Babic (BIH, 2196)

GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495)

Nach 23...Tdg8: Weiss steht klar besser, gut anderthalb Bauern. Weiss am Zug.

Ein Zwischenzug zu viel: 26...Sxd3

Nach war der beste Zug: der Turm springt zur Seite, greift den Läufer h4 an und übergibt die g-Linie an den Doppelturm. Gespielt wurde , danach , und beides gehört zu den Ungenauigkeiten, die man einzeln kaum ahnden kann; richtig war für Weiss , wichtiger als die beiden Züge aber ist die Uhr, die für Weiss auf gut fünfundzwanzig Minuten stand und für Schwarz auf gut neun.

Nach und wartete die Kombination, die Schwarz die Partie ausgleicht: , mit zwei Bauern für Schwarz und einer Stellung, in der das weisse Damenschach die Aktivität ersetzt und die Bewertung wieder im Bereich der Balance liegt. Gespielt wurde , und dann folgte dasselbe Turmopfer eine Halbzeit später: .

Der Unterschied ist ein einziger Zug, und er entscheidet die Rechnung. Ohne gibt Schwarz mit dem Doppelturmangriff auf den König Material für einen Bauern und Aktivität; mit wird der Läufer d3 vorher getauscht, und aus derselben Folge werden zwei Türme für zwei Läufer und zwei Bauern. Wer eine Kombination beginnt, beginnt sie mit dem forcierendsten Zug; ein scheinbarer Zwischenzug davor kostet den ganzen Trick.

Danach machte die Bilanz voll: Weiss steht mit Turm gegen Läufer sowie einem Bauern mehr klar auf Gewinn, und das Spiel drehte sich nur noch um die Uhr.

WFM Milana Babic (BIH, 2196)

GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495)

Nach 27.cxd3: Schwarz spielt gleich 27...Txg2+ 28.Kh1 Txh2+ 29.Kxh2 Dxb5, aber der Zug 26...Sxd3 davor kippt die Rechnung. Schwarz am Zug.

Der Blunder in Sekundennot: 34...b5

Nach hielt Kosteniuk die Uhr, Babic nicht: ab dem einunddreissigsten Zug lag Schwarz unter fünf Minuten, ab dem dreiunddreissigsten unter einer. Trotzdem hätte die Stellung nach dem Turmtausch auf f3 noch Verteidigungsressourcen gehabt: lässt den Bauern b7 als Wächter vor dem König stehen, und der schwarzen Dame bleiben Züge, mit denen sie zur Verteidigung des Königs zurückkehrt.

Gespielt wurde , und damit ist die a-Linie fürs Weiss frei geworden. kam mit Tempo (der Bauer c6 hängt am Turm), und danach lief , , , , durch. Der Zwischentausch klärte den Damenflügel, stellte den letzten schwarzen Bauern auf b2 unter Bewachung, und die Umwandlung mit war Formalität. Bemerkenswert an der Schlussfolge ist der Bauer h4: er stand vier Züge lang unangetastet, weil kein schwarzer Wächter je in seine Nähe kam.

Freibauern gewinnen dann, wenn ihnen niemand entgegenkommt. Schwarz hätte mit den Wächter auf b7 gelassen und den weissen König beschäftigen können; nach fehlte er, und der weisse Turm hatte an c1 die Adresse, an der er ankommen wollte. Bei einem Bauernrennen zählt nicht nur, wie schnell der eigene Bauer läuft, sondern auch, was auf der anderen Seite noch stehen bleibt.

WFM Milana Babic (BIH, 2196)

GM Alexandra Kosteniuk (SUI, 2495)

Nach 34...b5: Der Turm a1 kommt frei nach c1, und dem schwarzen König fehlt der Bauer vor der Tür. Weiss am Zug hatte dreizehn Minuten, Schwarz zweiunddreissig Sekunden.

Fazit

Von aussen ein sauberer Sieg an Brett 1, für Kosteniuk der erste ganze Punkt seit Runde 2 nach drei Remis und zwei Niederlagen. Von innen eine ehrliche Partie: sechs beste Züge im Anlauf, ein taktischer Fehlgriff im vierundzwanzigsten Zug, ein Wechsel von Chancen, den die Uhr am Ende zugunsten der Weissen aufklärte. Die Lehre der Partie steht nicht in der Kolonne "Weiss gewinnt", sondern in der Reihenfolge: wenn der Vorteil klar ist, kommt der nützliche Zug zuerst, nicht der ambitionierte.

Züge

1-0

War diese Analyse hilfreich?

BognerChess App · Warteliste

Solche Analysen, für deine eigenen Partien

Der KI-Coach der neuen BognerChess App findet die kritischen Momente deiner Partien und erklärt sie dir im Klartext. Trag dich auf die Warteliste ein und sei als Erstes dabei.

Auf die Warteliste

Alle Bretter der Runde 9

Die Schweiz spielte mit vier Spielern. Jede Partie ist einzeln kommentiert.