WIM Sofiia Hryzlova (SUI, 2254) vs WFM Sara Jacimovic (BIH, 2002) · 1-0
Brett 1, Schweiz gegen Bosnien und Herzegowina, Frauenturnier · Königsindischer Angriff (A05) · 90 Minuten für 40 Züge, dann 30 Minuten, plus 30 Sekunden pro Zug
Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Runde 9 des Frauenturniers, Brett 1: WIM Sofiia Hryzlova mit Weiss gegen WFM Sara Jacimovic aus Bosnien und Herzegowina. Auf der Rangliste ist Weiss zweihundertfünfzig Elopunkte im Vorteil, aber sobald die Uhr läuft, hört das auf zu zählen. Brett eins bleibt Brett eins, ein halber Punkt hier wiegt in einem Mannschaftskampf mehr als anderswo, und die Halle sieht der Frau am ersten Tisch immer besonders zu. Die Eröffnung war ruhig, der Königsindische Angriff mit umgekehrten Farben: , , , und der Läufer schaute schon die grosse Diagonale entlang.
Auf dem vierten Zug blieb die Uhr sieben Minuten und achtunddreissig Sekunden stehen. Was folgte, ist eine Partie in vier Kapiteln: ein Flügelvorstoss, zwei stille Züge im Zentrum, die nicht durchpunkten, ein Läuferrückzug, den Schwarz nicht annahm, und ein Springer, der auf a5, b7 und c5 nacheinander einsammelte, was Schwarz auf dieser Seite stehen hatte.
Sieben Minuten für 4.b4
Nach stand die Frage, wie Weiss die eigene Fianchetto-Anlage weiterbaut. Fast dreiviertel aller Spielerinnen dieser Klasse rochieren einfach kurz, und die Partie geht in ein englisches Fahrwasser. Sofiia Hryzlova nahm sich sieben Minuten und achtunddreissig Sekunden für einen anderen Zug: , ein Flügelstoss vor jedem Zentrumshieb.
ist keine Katastrophe. Aus einer bequemen Anfangsstellung wird eine leicht unbequeme, denn der Bauer verpflichtet Weiss zu weiteren Zügen am Flügel ( gegen ...a5), bevor die Bauern e2 und c2 überhaupt gezogen sind. Die klare Antwort auf war : ein Bauer vorübergehend weg, dafür die Struktur des Königsindischen Angriffs mit umgekehrten Farben aufgebaut und der Bauer auf einem der nächsten Züge zurückgeholt.
Die Lehre: Ein ruhiger Bauernzug am Flügel, gespielt bevor das Zentrum steht, muss eine konkrete Frage an die gegnerische Stellung beantworten. Was Weiss hier holen wollte, wurde in den nächsten Zügen nirgends greifbar. Die knapp acht Minuten Bedenkzeit sind der Preis dafür, dass die Antwort auf dem Brett nicht wartete.
WFM Sara Jacimovic (BIH, 2002)
WIM Sofiia Hryzlova (SUI, 2254)
Zwei ruhige Züge: 13.La3 und 14.Tac1
Zwölf Züge lang lief alles nach Plan: der Läufer auf g2, der König sicher, der Bauer c4 mit zurückgeholt, und mit hatte Schwarz sich selbst zur Verantwortung gestellt, die grosse Diagonale offen zu halten. Die weisse Stellung ist ordentlich, die Frage ist nur, welchen Bauern man jetzt sprechen lässt.
Die klare Antwort ist : Der Zentrumsbauer nimmt dem Springer f6 das Feld, öffnet den Weg für den Läufer c1 und beginnt, den Raumvorteil in Drohungen zu übersetzen. Gespielt wurde , der Läufer verlässt die grosse Diagonale und stellt sich auf ein Feld, auf dem er den Bauern d6 anschaut, den es noch nicht gibt. Dreizehn Minuten und achtzehn Sekunden später folgte , und der Zug geht in dieselbe Richtung: Der Turm läuft auf eine Linie, auf der nichts steht. und setzen die Ordnungsbewegungen fort, und für sind nochmals vierzehn Minuten und zweiundzwanzig Sekunden fällig, ohne dass an der schwarzen Stellung ein einziger Punkt entstanden wäre. Aus einer klaren, bequemen Stellung wird eine kleine, gemütliche.
Praktisch ist der Zugriff verständlich: Weiss möchte alle Figuren auf ihren besten Feldern haben, bevor sie den Bruch macht. Objektiv hat der Bruch aber genau dann Zähne, wenn die schwarzen Figuren noch etwas suchen. Wenn die Leichtfiguren stehen, entscheiden die Bauern, und wer nach abgeschlossener Entwicklung die eigenen Türme sortiert, statt einen Bauern sprechen zu lassen, gibt dem Gegner die Zeit, die Stellung selbst zu ordnen.
WFM Sara Jacimovic (BIH, 2002)
WIM Sofiia Hryzlova (SUI, 2254)
Der Tausch, der nicht kam: 18...Lg7 und 19.Sa5
sieht nach einem Rückzug aus, ist aber ein Angebot: Der Läufer stellt sich in den Weg des schwarzen Läufers und lädt zum Tausch ein. Der praktische Zug für Schwarz ist , danach steht Weiss zwar etwas besser, aber Schwarz spielt ohne strukturelle Schwächen weiter. Der Läufer auf g7 hat den Königsflügel bewacht, und viele Spielerinnen mögen ihn nicht hergeben.
nimmt das Angebot nicht an, und mit dem Zug hebt sich die Partie. Der weisse Läufer bleibt lebendig, und der Springer c4 darf jetzt tun, wozu er dort steht: , ein Zug, den in dieser Klasse kaum drei von hundert finden. Der Springer greift b7 an, und weil Schwarz das Feld nicht mehr verteidigen kann, folgt , in neun Sekunden gespielt, ein sauberer Bauer auf dem Konto.
Schwarz spielte , und Weiss hatte die schönste Folge des Nachmittags: verstellt beiden schwarzen Springern auf einmal die Züge (er greift d7 und e4 zugleich an), ist die einzige haltbare Antwort, nimmt zurück. Der Bauer auf c5 legt sich Schwarz vor die Brust, der Bauer auf b7 ist auf dem Konto, und was um den zwölften Zug herum eine bequeme weisse Stellung war, ist jetzt eine klar gewonnene. Vierzehn Minuten Bedenkzeit hat Schwarz allein für den Zug gebraucht, und die Rechnung geht danach nicht mehr auf.
Die Lehre: Wenn der Gegner Ihnen einen Läufertausch anbietet, ist die Frage nicht, ob Sie den Läufer wollen, sondern was die Figur dahinter auf ihrem neuen Feld tut. Auf wartete auf c4 ein Springer, der drei Sprünge weit gerechnet werden musste; der Läufer auf g7 war schön, aber am falschen Ende des Bretts.
WFM Sara Jacimovic (BIH, 2002)
WIM Sofiia Hryzlova (SUI, 2254)
Der Wackler und die Antwort: 26.Dd3 und 27.e4
Nach lief die Partie fast von allein. stellt die Frage an den Springer e4, , ein Bauer mehr, klar bessere Struktur, alle Figuren auf den Feldern, an denen Weiss sie haben will.
Der 26. Zug ist die einzige Stelle, an der Weiss den Faden nochmals leicht in die falsche Hand geraten lässt: ?! stellt die Dame vor den eigenen Turm, statt mit sofort die d-Linie zu verdoppeln. Ein Stück des Vorsprungs geht dabei verloren. Weil Schwarz aber mit und die eigene Stellung noch weiter zumauert, kommt die Nuance gleich zurück: stellt endlich den Bauern hin, den nicht kommen liess, und der Turm hat mit seine Einbruchslinie.
Danach ist die Partie Verwaltung. stellt den zweiten Turm auf dieselbe Linie, spitzt den Damentausch zu, räumt den schwarzen Turm ab, stellt den Läufer auf die richtige Diagonale. Schwarz spielt mit sechs Minuten Restzeit, die weisse Reserve steht bei sechzehn. lässt den etwas direkteren liegen, und als Schwarz mit vier Minuten und elf Sekunden auf der Uhr statt des zäheren den Zug wählt (die Dame greift die weisse an, deckt aber e6 nicht mehr über die Diagonale c4-e6), greift Weiss in neun Sekunden zu: gewinnt den Turm für den Bauern e4, den Schwarz mit zurückholt. und räumen die beiden Damenschachs weg, und damit war die Partie beendet.
Die Lehre steht in der Zeitangabe: neun Sekunden für , weil die Rechnung längst stand. Wer in einer klar gewonnenen Stellung noch einen Zug lang nach einem besseren Feld für die Dame sucht, statt den bereits gerechneten Zug zu spielen, gibt einen Teil des Vorsprungs her. An diesem Vormittag war der Vorsprung gross genug, um den Preis zu tragen.
WFM Sara Jacimovic (BIH, 2002)
WIM Sofiia Hryzlova (SUI, 2254)
Fazit
Sofiia Hryzlova hat an Brett 1 den Punkt geholt, um den sie geschickt worden war, und ihn nicht mehr aus der Hand gegeben. Eine ruhige Eröffnung mit dem einen langen Zug im vierten, eine Phase leichter Ordnungsbewegungen ohne Zentrumsbauer, ein Läuferrückzug, den die Gegnerin nicht annahm, dann die saubere Ernte mit den drei Springersprüngen a5, b7, c5, und am Schluss ein Turm für einen Bauern. Für sie ist es der zweite Weisssieg dieser Olympiade, geholt an einem Brett, an dem sie in Samarkand vorher nicht gesessen hat. Wer den Königsindischen Angriff mit umgekehrten Farben aufbaut, notiert sich den alten Rat: nach der Entwicklung sprechen die Bauern, und keine Ordnungsbewegung dazwischen.
Züge
1-0
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