arrow_back Zur Runde 9

Schacholympiade Samarkand 2026 · Frauen · Runde 9 · Brett 2

Mimic gegen De Seroux

Partie wird geladen

Live-Übertragung von lichess.org

Sofija Mimic (BIH, 1961) vs WIM Camille De Seroux (SUI, 2152) · 0-1

Brett 2, Schweiz gegen Bosnien-Herzegowina, Frauenturnier · Sizilianisch, Taimanow-Variante, Bastrikow-System mit Englischem Angriff (B48) · 90 Minuten für 40 Züge, dann 30 Minuten, plus 30 Sekunden pro Zug

Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.

Runde neun des Frauenturniers, Tisch zweiundsiebzig, Schweiz gegen Bosnien-Herzegowina. Nach der Niederlage in Runde acht hat der Kapitän umgestellt: Camille De Seroux sitzt jetzt an Brett zwei, mit Schwarz gegenüber Sofija Mimic, die knapp zweihundert Elopunkte tiefer eingestuft ist. Was von diesem Brett heute erwartet wird, muss niemand aussprechen.

Weiss wählt gegen den Taimanow-Sizilianer den Englischen Angriff, dazu aber die kurze Rochade: den Bauernsturm mit g4 ohne den König am Damenflügel, der ihn eigentlich absichert. Dass trotzdem kam, gehörte zum Plan. Ab da war die Frage nicht mehr, ob Schwarz eine Antwort hätte, sondern nur, wann sie sie findet.

Kurze Rochade und g4 trotzdem

Sechs Züge lang stand die Eröffnung im Buch. Mit und hat Weiss angemeldet, kurz zu rochieren, und bestätigt es. Der Englische Angriff im engeren Sinn braucht die lange Rochade, damit der weisse König beim g4-Vorstoss aus der Schusslinie ist. Ohne diese Zutat wird der Bauernsturm zu einem Zug, der die eigene Königsstellung öffnet.

wurde gespielt, weil der Zug zum Repertoirebild gehört. wich aus, stellte den Springer neu, kam auf ein Feld, das kein weisser Bauer je erreichen wird. musste den Läufer aus dem Angriff des Springers räumen: ein Rückzug, den weder ein Buch noch ein Angriffssystem vorsieht. Nach diesem Zug hatte Weiss keinen einzigen Zug mehr, der nach Angriff aussah.

kam nach zehn Minuten Bedenkzeit. Der Zug räumt das Feld c6 für den Springer c4, damit der nicht wegtauschbar wird, und leitet den zweiten Springer über d7 auf eine bessere Stelle um. Das ist die menschliche Wahl. Objektiv gleich stark war mit Tempo. Der Unterschied liegt nicht auf dem Brett, sondern auf der Uhr, und die zehn Minuten kommen später wieder.

Sofija Mimic (BIH, 1961)

WIM Camille De Seroux (SUI, 2152)

Nach 18.Lc1: Beide weissen Läufer stehen auf der ersten Reihe, der Springer c4 sitzt, wo kein Bauer ihn holt. Schwarz am Zug.

Der Zug im Zentrum: 22...e5 statt 22...Ld8

Der Springer stand vorher auf b3 und tat wenig. Auf d4 sieht er die halbe Welt. Objektiv war aber nicht der beste Zug: , der zentrale Durchbruch, war die Rechnung dieser Stellung. Und öffnete Schwarz eine tiefere Antwort im Zentrum. stellt den Springer aus der Mitte, und Schwarz steht spürbar besser, der Läufer b7 sieht die lange Diagonale, der weisse König steht ohne Bauernschutz auf der f-Linie.

Gespielt wurde nach zehn Minuten Bedenkzeit. Der Läufer stand auf e7 tatsächlich passiv, und über d8 nach b6 findet er den einzigen Umweg, der ihm noch bleibt. Der Zug ist die menschliche Wahl: er verbessert eine Figur, statt einen Fehler anzugreifen. Nur war der Fehler da, und er verlangte den Angriff. Objektiv war der Zug, mit dem eine klar bessere Stellung in eine leicht schlechtere überging: taktisch ein Fehler, praktisch der wärmere Weg.

Weiss fand , den Zug, der die Stellung wieder ins Lot bringt: der Springer c4 wird verjagt, der Bauer b3 nimmt ihm das Feld. . Der Vorteil, den zurückgegeben hatte, war weg. Vor dem Rückzug einer Figur zwei Fragen stellen, was der Gegner gerade gemacht hat und ob im Zentrum ein Zug wartet, der bezahlt. Auf wartete .

Sofija Mimic (BIH, 1961)

WIM Camille De Seroux (SUI, 2152)

Nach 22.Sd4: Weiss hat den Springer zentralisiert und will als Nächstes f4-f5. Schwarz am Zug hat eine Antwort im Zentrum.

Der Springer auf b5: 25.Sdxb5

Ein grober Fehler bekommt seine Grösse davon, was die Uhr im Moment sagt. wurde mit elf Minuten Bedenkzeit gespielt: keine Zeitnot, kein Panikzug, ein positioneller Entscheid am ruhigen Brett. Der Springer geht auf ein Feld, auf dem er verloren ist, und die einzige Idee dahinter, den Damenflügel aufzureissen, hält der Rechnung nicht stand. Ein stiller Zug wie oder hätte den kleinen weissen Vorteil erhalten; gewählt wurde der Zug, der eine Figur gibt.

nimmt den Bauern zurück und greift die Dame c7 an. Von der Dame gibt es genau einen Zug, der zwei Figuren zugleich angreift: nimmt einen Bauern, stellt die Dame auf der c-Linie gegen den Läufer c1 und auf der Diagonale gegen den Turm d1. Weiss hat einen Zug, dann fällt eine der beiden Figuren.

, der Gegenangriff, greift den Turm e8 und den Läufer b7 an: die praktische Verteidigung, statt eine Figur zu verlieren, wechselt Weiss Stück gegen Stück. löst die Aufgabe in einem einzigen Zug: der Bauer greift die Dame g4 an, sperrt den Läufer g2 aus, und öffnet gleichzeitig den Läufer b7 auf die grosse Diagonale. Nach stehen auf dem Brett ein schwarzer Freibauer auf e4, eine Dame, die drei Felder gleichzeitig bedroht, und ein weisses Läuferpaar, das Verteidigung spielt. Wer den Läufer b7 hergibt, sollte einen Grund haben; hier waren es drei.

Sofija Mimic (BIH, 1961)

WIM Camille De Seroux (SUI, 2152)

Nach 25.Sdxb5: Der Springer steht auf einem Feld, auf dem ein Bauer ihn holt. Schwarz am Zug.

Zwei Minuten und jeder Zug hält

Von hier bis zum Ende bleiben Schwarz zusammen acht Minuten Bedenkzeit, verteilt auf sechs Züge. Weiss hat weniger, und Weiss hat die schlechtere Stellung. In dieser Situation zählt der Zug, den man schon sieht, mehr als der Zug, den man erst suchen muss.

stellt den Springer aufs Feld, auf dem er den Bauern f4 angreift und die d-Linie gegen den weissen Turm sperrt. deckt den Bauern und greift den Springer erneut an; nimmt den Bauern und greift nebenbei den Läufer h3 mit an. wich aus. ging tiefer in die Stellung; tauschte den Springer gegen den Turm und liess einen Freibauern auf d3 zurück, den nur der Läufer aufhalten kann. sammelte den nächsten Bauern ein.

Fast jeder dieser Züge stand in der Rechnung als bester oder zweitbester, keiner musste zurückgenommen werden. Zwei kleinere Ungenauigkeiten fielen dazwischen, hatte offen gelassen und kam vor , beide zu diesem Zeitpunkt gleichgültig, die Partie war schon lange entschieden. Nach gab Weiss auf. In echter Zeitnot ist die Kette der Züge, deren jeweils nächsten man schon sieht, mehr wert als die Suche nach dem einen besten Zug. Sd5, Sxf4, Sd3, Txd3, exd3, Dxb3, Dd5+ waren genau eine solche Kette.

Sofija Mimic (BIH, 1961)

WIM Camille De Seroux (SUI, 2152)

Nach 34.Dg1: Weiss unter einer Minute Bedenkzeit. Schwarz am Zug hat gut zwei Minuten und einen Springer, der Ordnung macht.

Fazit

Ein voller Punkt mit Schwarz an Brett zwei gegen eine tiefer eingestufte Gegnerin ist die eingeplante Antwort auf eine vermeidbare Niederlage in der Runde davor. Am 22. Zug wartete die Stellung auf einen Zug im Zentrum, und dass er zehn Minuten lang übersehen wurde, ist der Fehler dieser Partie; dass alles danach hielt, ist ihr Verdienst. Die Regel, die diese Woche schon in mehreren Runden aufgetaucht ist, vor einem Figurenzug fragen, was die Figur dort tut, wo sie steht, meldete sich hier von der anderen Seite: bevor eine Figur zieht, fragen, was die Stellung von ihr erwartet. Zur Uhr: es war die vierte Zeitnot dieser Woche, und die erste, die ohne Rückgabe endete.

Züge

0-1

War diese Analyse hilfreich?

BognerChess App · Warteliste

Solche Analysen, für deine eigenen Partien

Der KI-Coach der neuen BognerChess App findet die kritischen Momente deiner Partien und erklärt sie dir im Klartext. Trag dich auf die Warteliste ein und sei als Erstes dabei.

Auf die Warteliste

Alle Bretter der Runde 9

Die Schweiz spielte mit vier Spielern. Jede Partie ist einzeln kommentiert.