arrow_back Zur Runde 3

Schacholympiade Samarkand 2026 · Frauen · Runde 3 · Brett 4

Grete Olde gegen De Seroux

Partie wird geladen

Live-Übertragung von lichess.org

WCM Grete Olde (EST, 2002) vs WIM Camille De Seroux (SUI, 2152) · ½-½

Brett 4, Schweiz gegen Estland, Frauenturnier · Sizilianisch, verzögerte Alapin-Variante (B22)

Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.

Dritte Runde, Tisch 16, Brett 4: Die Schweiz spielt gegen Estland, und WIM Camille De Seroux hat Schwarz gegen eine um 150 Punkte tiefer bewertete Gegnerin. WCM Grete Olde wählte mit die verzögerte Alapin-Variante, De Seroux nahm mit sofort das Zentrum, und nach zehn Zügen stand eine gesunde, ausgeglichene Stellung auf dem Brett.

Danach entschied die Uhr. Zwei ruhige Bauernzüge im elften und im vierzehnten Zug gaben Weiss einen kleinen, zähen Vorteil, den De Seroux bis zum 23. Zug wieder ausglich. Zwischen dem 31. und dem 33. Zug kippte die Partie dann zweimal: Weiss verlor sie in drei Zügen, und Schwarz gab sie im nächsten Zug zurück, mit vierzig Sekunden auf der Uhr. Übrig blieb ein Turmendspiel gegen einen Freibauern auf c7, das De Seroux mit dem Turm hinter dem Bauern sicher remis hielt. Die Schweiz teilte den Match 2 zu 2.

Zwei Bauernzüge, die nichts angreifen

Die Stellung ist ausgeglichen, und ausgeglichene Stellungen entscheiden sich über Tempi. Die einzige weisse Figur mit einer Zukunft ist der Springer auf c4, der auf d6 und auf e5 schielt. Dagegen gibt es einen Zug, der gleichzeitig die eigene Stellung verbessert: nimmt dem Springer das Feld weg und schickt ihn mit zurück in die eigene Hälfte.

De Seroux spielte . Der Zug ist nicht schlecht, er ist langsam. Er nimmt dem Springer f3 das Feld g5, aber dort drohte nichts, was die Partie verändert hätte, und zwei Züge später stand b5 ohnehin auf dem Brett. Der Unterschied zwischen und ist etwa ein halber Bauer, und ein halber Bauer aus dem elften Zug ist der Grund, warum man im dreissigsten verteidigt statt anzugreifen.

Drei Züge später dasselbe Muster mit . Der Bauer stützt b5, und genau deshalb hält er ihn nicht: Nach ist die Stütze mitgetauscht und der Bauer fällt. De Seroux sah es und wich mit aus. Die Frage ist wichtiger als der Zug: Kann der Gegner meinen Verteidiger abtauschen? Ein Bauer, der einen anderen deckt, deckt ihn nur so lange, wie er selbst auf dem Brett steht.

WCM Grete Olde (EST, 2002)

WIM Camille De Seroux (SUI, 2152)

Nach 11.Ld3: Der weisse Springer auf c4 wartet auf d6 und e5. Schwarz am Zug.

Der Bauer b2 stand genau einen Zug lang frei

Bis hierhin hatte De Seroux die Stellung sauber ausgeglichen, vor allem mit , das den starken weissen Läufer zum Abtausch zwang, und mit , das den Springer in die Mitte zurückholte. Dann zog Weiss , und der Bauer b2 hatte keinen Verteidiger mehr.

kostet Weiss diesen Bauern. Mehr ist es nicht, ein Bauer in einer sonst gleichen Stellung, aber in einer sonst gleichen Stellung ist ein Bauer alles, was es zu holen gibt. Gespielt wurde , ein guter, gesunder Zug, und nach war die Partie wieder vollkommen ausgeglichen.

Einen Zug später war derselbe Bauer eine Falle. kostet beide Türme für den Springer, weil der Springer von d6 aus den Turm e8 mitangreift und der Rückschlag auf e8 ins Leere läuft. Wenn Sie einen ungedeckten Bauern sehen und ihn nicht nehmen wollen, rechnen Sie nach, ob er im nächsten Zug noch ungedeckt ist. Hier lautete die Antwort nein, und der Grund waren zwei Figuren: ein Springer, der noch gar nicht dort stand, wo er zuschlug, und eine Dame, die seit dem 16. Zug auf a4 steht und von dort über c6 das Feld e8 deckt.

WCM Grete Olde (EST, 2002)

WIM Camille De Seroux (SUI, 2152)

Nach 24.Se4: Die schwarze Dame auf b7 blickt die b-Linie hinunter auf b2. Schwarz am Zug.

Vierzig Sekunden für einen Gewinnzug

Im 29. Zug zeigte die Uhr von De Seroux eine Minute und zehn Sekunden, die von Olde viereinhalb Minuten. liess Weiss zurück in die Partie: Auf b8 blickt die Dame auf den gedeckten Bauern b2, und die Diagonale zum weissen König versperrt der eigene Bauer e5. Nach hätte sie auf der Diagonale a7-f2 gestanden, mitten in der weissen Stellung.

Auch Olde hatte kaum noch Zeit, und ab dem 31. Zug ging es schnell. griff die schwarze Dame an, deckte sich dabei aber nur durch den Turm b5. weicht aus und greift im selben Zug an: Von d7 zielt die Dame über c6 auf genau diesen Turm, den Stützpfeiler der ganzen weissen Aufstellung. und weichen nur aus und hätten fast den ganzen Vorteil zurückgegeben. Drei Sekunden von dreiundvierzig brauchte sie für den richtigen.

war der letzte Fehler, und die Widerlegung heisst . Die Dame stünde dann auf der langen Diagonale nach g2, wo der Springer f4 das Feld bereits deckt, und zusammen setzen die beiden dort matt. Weiss muss die Diagonale versperren, und nach ist die Stellung nicht mehr zu halten. Gespielt wurde , das den Bauern e5 deckt und beide weissen Figuren in Ruhe lässt, und die Partie war wieder ausgeglichen. In Zeitnot sucht man den Zug, der etwas verteidigt. Der Zug, der gewinnt, ist fast immer der, der zwei Dinge auf einmal tut.

WCM Grete Olde (EST, 2002)

WIM Camille De Seroux (SUI, 2152)

Nach 33.Dc4: Die weisse Dame deckt Turm b5 und Läufer c5. Schwarz am Zug, die Uhr zeigt vierzig Sekunden.

Der Turm gehört hinter den Freibauern

Nach der Zeitkontrolle hatte De Seroux wieder gut zwanzig Minuten, und die Stellung war ausgeglichen. Gefährlich war nur der weisse c-Bauer. Mit nahm sie den letzten weissen Bauern am Damenflügel vom Brett, den einzigen, der dem Freibauern noch hätte helfen können. Nach schlug sie mit dem König zurück statt mit dem Bauern: Im Turmendspiel ist der König eine Figur, und von e5 aus erreicht er jede Ecke des Bretts.

ist der Zug, auf dem das ganze Endspiel ruht. Der Turm stellt sich hinter den Bauern, und je weiter der läuft, desto weniger nützt es ihm. Auf c7 steht er unter Beschuss, und wandelte er nach c8 um, folgte Txc8. Der weisse Turm muss auf der siebten Reihe bleiben und decken, und damit hat er nichts anderes mehr zu tun als das.

Der Rest ist eine Zugwiederholung mit System. greift Turm und Bauern gleichzeitig an, muss ausweichen und deckt c7 weiter, , und dasselbe noch einmal. Die Regel dahinter ist alt und stimmt immer noch: Türme gehören hinter den Freibauern, hinter die eigenen wie hinter die gegnerischen. Hinter dem Bauern arbeitet der Turm von allein, denn er greift an, sobald der Bauer zieht, und bindet damit eine gegnerische Figur an die Deckung.

WCM Grete Olde (EST, 2002)

WIM Camille De Seroux (SUI, 2152)

Nach 52.c7: Der Bauer steht ein Feld vor der Umwandlung, und der Turm c3 greift ihn an. Schwarz am Zug.

Fazit

Ein halber Punkt mit Schwarz gegen eine um 150 Punkte tiefer bewertete Gegnerin sieht nach einem verschenkten halben Punkt aus, und im 33. Zug war er das auch. Die Partie zeigt aber zwei Dinge, die zusammengehören: In der Zeitnot fand De Seroux mit den einen Zug, der den Vorteil festhielt, und verpasste einen Zug später den, der ihn verwertet hätte. Danach, mit Zeit auf der Uhr, kam Weiss im 43. und 44. Zug noch einmal einen kleinen Schritt näher, und sie hielt das Endspiel gegen einen Freibauern auf der siebten Reihe trotzdem sicher: Der Turm hinter dem Bauern erledigte den Rest. Die Schweiz teilte den Match gegen Estland 2 zu 2, und ohne diesen halben Punkt an Brett 4 wäre es eine Niederlage gewesen.

Züge

½-½

War diese Analyse hilfreich?

BognerChess App · Warteliste

Solche Analysen, für deine eigenen Partien

Der KI-Coach der neuen BognerChess App findet die kritischen Momente deiner Partien und erklärt sie dir im Klartext. Trag dich auf die Warteliste ein und sei als Erstes dabei.

Auf die Warteliste

Alle Bretter der Runde 3

Die Schweiz spielte mit vier Spielern. Jede Partie ist einzeln kommentiert.