Analyse
Die Partie im Detail
IM Diego Saul Rodri Flores Quillas (PER, 2398) vs GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778) · 0-1
Runde 2, Usbekistan gegen Peru · Sizilianisch, Französische Variante, Westerinen-Angriff (B40)
Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Zweite Runde in Samarkand, Schwarz gegen einen IM mit 380 Elopunkten weniger. Flores Quillas wählt den ruhigsten Aufbau, den man gegen Sizilianisch haben kann: , Läufer nach b2, Fianchetto auf beiden Seiten, Abtausch in der Mitte. Bis zum zwölften Zug steht nichts auf dem Brett, was man aufschreiben müsste.
Zweiunddreissig Züge später gibt Weiss auf, weil sein König mitten auf dem Brett auf g5 sitzt und das Matt in drei Zügen nicht mehr zu verhindern ist. Sindarovs Dame steht zu diesem Zeitpunkt seit drei Zügen im Schlag. Das ist kein Übersehen, sondern der Grund, warum es Matt ist.
Ein Bauer, der erst mit Schach etwas wert ist
greift den Springer f6 an, und Sindarov schiebt dazwischen, bevor er ihn wegzieht. Dieser Abtausch ist der folgenreichste Moment der Partie, auch wenn man ihm das nicht ansieht: Mit dem Läufer g2 verlässt der einzige weisse Läufer das Brett, der weisse Felder betreten kann. Weiss bleibt mit einem schwarzfeldrigen Läufer und einem König auf g2 zurück.
Nach deckt nichts mehr den Bauern c2. wäre schon hier möglich gewesen und ist einen Hauch besser als der Zug der Partie; Sindarov spielt , greift den Springer e4 an und stellt Weiss eine Frage. Der Unterschied zwischen beiden ist kleiner als ein Fünftel Bauer, also Geschmackssache.
deckt den Springer und öffnet dabei die zweite Reihe. Damit ist ein Zug mit Schach, Weiss muss mit dem Turm dazwischen und kommt nicht mehr dazu, die Dame auf der c-Linie zu jagen. Sie spaziert in aller Ruhe nach Hause: , genau auf die lange Diagonale, die der eigene Läufer im zwölften Zug geräumt hat. Wer einen Bauern nimmt, rechnet zuerst den Rückweg der Dame aus, und ein Tempo ist dabei oft mehr wert als der Bauer selbst.
IM Diego Saul Rodri Flores Quillas (PER, 2398)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Der Läufer muss zurück: 21...Le7
stellt den Springer auf den besten Aussenposten der Stellung. greift den Turm c1 an und kostet gegenüber dem soliden etwa einen Viertelbauern; Weiss vertreibt den Läufer mit .
ist völlig natürlich und zugleich der Moment, in dem der letzte weisse Königsflügelbauer auf ein schwarzes Feld geht. Bauern decken immer die Farbe, auf der sie stehen, also decken f4, g3 und h2 zusammen kein einziges weisses Feld. f1, g2, g4 und h5 bleiben ohne Bauerndeckung, und den Läufer, der sie bewachen würde, gibt es seit dem zwölften Zug nicht mehr.
ist der einzige Zug, der den Vorteil hält, und er sieht aus wie eine Rücknahme. Das naheliegende lässt Weiss dreiviertel Bauern besser stehen: Von g5 deckt der Läufer das Feld d6 nicht, also schlägt die Dame zurück statt des Bauern. ist noch deutlich schlechter.
Einen Zug später deckt der Läufer von e7 aus d6, und deshalb geht jetzt: würde die Dame für einen Läufer kosten, also muss sein. Zurückziehen ist keine Rücknahme, es ist das Aufstellen der zweiten Figur auf dem Feld, um das es geht.
IM Diego Saul Rodri Flores Quillas (PER, 2398)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Der leise Zug, an dem alles hängt: 22.Kh3
hätte den Damentausch angeboten und die Stellung gehalten: Ohne Damen ist ein Mehrbauer in dieser Struktur wenig wert. kostet gut einen halben Bauern, und das ist nicht der Schaden. Der Zug wählt die Adresse, an der der König zehn Züge später nicht mehr wegkommt.
tauscht den starken Springer ab und gibt Weiss dafür einen Bauern auf d6, der am schwarzen Bauern d7 festklebt. ist erzwungen, weil dieser Bauer den Läufer e7 angreift: kostet eine Figur, lässt Weiss über drei Bauern besser stehen.
Von f6 greift der Läufer die weisse Dame an, und nach sind alle vier Läufer vom Brett. Schwarz hat einen Bauern mehr, und um den weissen König herum stehen nur noch eigene Bauern auf schwarzen Feldern. Wer seinen weissfeldrigen Läufer abgibt, sollte zuerst nachsehen, wo sein König den Rest der Partie verbringen wird.
IM Diego Saul Rodri Flores Quillas (PER, 2398)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Der Turm auf c7 darf stehen bleiben
bietet den Turm an, und Schwarz lässt ihn stehen. Schuld ist der Bauer d6: Nach steht ein weisser Bauer ein Feld vor der Umwandlung, und der letzte schwarze Turm ist für den Rest der Partie an c8 gebunden. Der Unterschied zum Zug der Partie ist klein, aber er zeigt in die richtige Richtung.
kommt stattdessen über die Diagonale a6-f1 und ist Schach, weil der König auf h3 steht. Kein weisser Bauer deckt f1 oder g2, der Läufer, der es täte, fehlt seit dem zwölften Zug, und die Dame steht auf einmal hinter der weissen Stellung. muss dazwischen.
Jetzt kommt : Der Bauer nimmt dem weissen König das Feld g4 und ist mehr als einen ganzen Bauern besser als jede Alternative. hätte den Damentausch angeboten und den Angriff entschärft, lehnt ihn ab und kostet noch einmal über zwei Bauern. Wer einen König jagt, der ins Freie gelaufen ist, zählt zuerst seine Felder und erst danach das Material.
IM Diego Saul Rodri Flores Quillas (PER, 2398)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Die Dame steht im Schlag, und das ist der Punkt: 29...Tf6
greift die schwarze Dame an. lässt sie stehen, weil matt ist: Nach g4 kann der König nicht, das deckt der Bauer f5, nach h4 auch nicht, das deckt der Turm, und alles andere um ihn herum sind eigene Steine. Diesen Turmzug findet auf diesem Niveau fast niemand.
Weiss hatte noch , Dame gegen Turm, und wäre trotzdem verloren gewesen. Gespielt wurde , und damit hat der König mitten auf dem Brett kein einziges Feld mehr: f6 und h6 deckt der Bauer g7, g6 der Bauer h7, h4 und h5 der Turm, g4 der Bauer f5, auf f4 steht sein eigener Bauer, und f5 deckt der Bauer e6.
ist der Zug der Partie. Kein Schach, kein Schlagen, die eigene Dame weiterhin im Schlag, und auf diesem Niveau spielt ihn niemand. Sein ganzer Inhalt ist das Matt danach: Es kommt vom Bauern h7, und weil der auf dem Weg nach h6 die Deckung von g6 mitnimmt, muss der schwarze König dieses Feld vorher übernehmen. Ohne den Königszug entkommt Weiss mit , und aus dem Matt wird eine ausgeglichene Stellung.
Nach gab Weiss auf. Der Turm verlässt h6, weil f6 und g6 jetzt der König deckt, und bewacht von h3 aus h4, h5 und h6: . Im Mattnetz ist der stille Zug fast immer der, der dem König das letzte Feld nimmt, und der eigene König ist dabei eine ganz normale Figur.
IM Diego Saul Rodri Flores Quillas (PER, 2398)
GM Javokhir Sindarov (UZB, 2778)
Fazit
Flores Quillas hat nichts Grobes übersehen, und bis zum einundzwanzigsten Zug stand die Partie ungefähr im Gleichgewicht. Verloren hat er sie um den siebenundzwanzigsten Zug herum, mit und , seine Adresse aber hat der König schon mit bezogen, einem Zug, der aussieht wie nichts. Das ist die lehrreiche Sorte Fehler: nicht der Zug, nach dem es matt ist, sondern der leise davor. Sindarov, der ab November in Genf um den Weltmeistertitel spielt, hat zwei Dinge vorgeführt, die jeder mitnehmen kann: Nimm einen Bauern erst, wenn du den Rückweg deiner Dame kennst, und zähl im Mattnetz die Felder des gegnerischen Königs, nicht das Material.
Züge
0-1
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