GM Alexey Sarana (SRB, 2666) vs GM Sebastian Bogner (SUI, 2547) · 1-0
Brett 1, Schweiz gegen Serbien · Nimzo-Indisch, Klassisches System, Noa-Variante mit Botvinnik-Aufbau (E36) · 90 Minuten für 40 Züge, dann 30 Minuten, plus 30 Sekunden pro Zug
Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Neunte Runde in Samarkand, die Schweiz gegen Serbien, beide Mannschaften noch im vorderen Drittel und beide mit dem Auftrag, dort zu bleiben. Auf der weissen Seite der Spitzenpaarung sass Alexey Sarana, 2666, russischer Grossmeister mit serbischem Pass und einem Europapokalsieg im vergangenen Jahr. Hundertneunzehn Elopunkte Unterschied, das ist die Rechnung, mit der man am Turniertisch aufsteht. Ein halber Punkt hier zählt für die Schweizer in dieser Runde wie ein ganzer.
Zum fünften Mal in dieser Olympiade wird die Uhr vor dem vierzigsten Zug unter fünf Minuten fallen. In den vier Partien davor ist sie danach wieder gestiegen, weil der Gegner die Chance, die ihm die Zeit bot, jeweils nicht fand. Diesmal sitzt einer am Brett, der solche Chancen aufnimmt.
Der Bauer, der zu früh fällt: 21...c4?!
Bis hierher ist alles Theorie oder Nahtheorie. Das Nimzo-Indische mit und lässt Weiss das Läuferpaar, gibt Schwarz aber die Struktur, mit dem Vorstoss ...f5 auf Bauern zu spielen. Sebastian hat das gemacht, hat mit die Springer abgetauscht, mit und die Damenflügel-Aktivität aufgebaut und steht hier nach mit einem kleinen Nachteil, den man mit ...g5, ...b6 oder ...Tfd8 hält. Alle drei Züge lassen sowohl den Damen- als auch den Königsflügel offen für das, was Weiss als Nächstes vorhat.
legt sich fest. Der Bauer c4 kann von b3 oder b4 abgelöst werden, aber solange Weiss es nicht tut, ist die ganze Damenflügelfront geschlossen. Damit ist entschieden, welche Seite Zeit hat: Weiss hat unbegrenzt viel, Schwarz hat nur die Uhr. Die Alternative stellt denselben Bauern nach dem Öffnen des Königsflügels ins Zentrum, und Weiss hat auf einmal auf beiden Flügeln etwas zu bedenken. Der Unterschied liegt in der Reihenfolge, nicht in der Idee.
Die Regel dahinter: Ein Zug, der eine Bauernstruktur dauerhaft festlegt, gehört der Seite, die die Zeit hat. Wer schlechter steht, hält sich Optionen offen, solange es geht. Erst wenn der Gegner sich entschieden hat, entscheidet man selbst.
GM Alexey Sarana (SRB, 2666)
GM Sebastian Bogner (SUI, 2547)
Sieben Züge ohne Plan: der König geht im Kreis
Von Zug dreissig bis zum siebenunddreissigsten machte Schwarz sieben Züge ohne Zugewinn. Der König pendelte Kf7 Ke8 Kf7 Ke8 Kf7 Ke8, dazwischen ...h5, dann wieder Kf7 Ke8. In derselben Zeit brachte Weiss seinen König in drei Zügen von g1 nach a2 ausser Reichweite jedes schwarzen Gegenspiels. Am Ende dieser sieben Züge stand Schwarz genau dort, wo er vorher stand, nur mit vier Minuten weniger auf der Uhr.
Das Feld, an dem Schwarz seine Zeit hätte kaufen können, war b5. Der Zug ...b5 öffnet die Damenflügellinie, macht den Läufer c6 zur zielführenden Figur und stellt Weiss die einzige Frage, die er nicht beantworten will: ob er den Bauern nimmt und die Linien öffnet oder ob er wartet und Schwarz aktiv werden lässt. Die Fortsetzung lässt Weiss zwar den vollen Bauern mehr, aber Schwarz hat wieder eine Figur, mit der man rechnen muss.
Die Regel: In einer schlechteren, geschlossenen Stellung ist der Plan wichtiger als der Zug. Wer keinen Plan hat, hat keinen Zug, und was er dann spielt, ist Zeit weg und Stellung schlechter. Der Zug, der einen Plan hat, kostet Bedenkzeit, aber die Bedenkzeit auf einen Zug ohne Plan ist ganz weg.
GM Alexey Sarana (SRB, 2666)
GM Sebastian Bogner (SUI, 2547)
Achtunddreissig Sekunden: 40...Td7?!
Die Stellung ist drei Bauern schlechter, aber sie steht noch. Der Turm auf h3 ist ausserhalb, der König auf e8 ohne Deckung, doch Weiss hat keine unmittelbare Drohung, und der vierzigste Zug bringt eine halbe Stunde dazu. Wer hier den Kopf oben behält, hat die Chance, den einundvierzigsten Zug mit Zeit zu machen.
Der Zug, der die Partie am Leben hält, ist . Der Läufer bleibt beim König, der Turm auf h3 kann sich später zurücksuchen, und Weiss muss noch einen ganzen zweiten Angriff aufbauen. Auch kommt in Frage, weil er den ausgesetzten Turm zurückholt. Was nicht ging: der Turm auf d8 nach d7. stellt die eigene Deckung auf ein Feld, das der Läufer braucht, und öffnet gleichzeitig die achte Reihe. Auf ihr steht am anderen Ende die Dame auf a5, die auf a8 einschlagen wird. Der Rest ist Rechnung: , und dies ist der letzte Zug, den ein Zuschauer noch nachprüfen muss.
Die Regel für die letzten Sekunden vor Zug vierzig: Der Zug, der den König oder die Figur direkt neben ihm bedient, kommt zuerst. Aktive Züge im Angriff des Gegners gehören dem, der Zeit hat. Wer die Zeit nicht hat, verteidigt zuerst und aktiviert danach, wenn er den einundvierzigsten Zug erreicht hat.
GM Alexey Sarana (SRB, 2666)
GM Sebastian Bogner (SUI, 2547)
Fazit
Board eins gegen einen 2666er, in einer Eröffnung, in der er sich auskennt, und über zwanzig Züge lang eine haltbare Stellung: das ist die Grundlage, mit der Sebastian aus dieser Partie in die zehnte Runde geht. Der Schnitt, der die Partie kostet, liegt eine Stunde vor dem entscheidenden Zug, nicht auf ihm. Nach hatte Schwarz keinen zweiten Flügel mehr, und nach sechs unentschlossenen Königszügen hatte er keine Zeit mehr. Der Rest war ein Gegner, der solche Stellungen zu Ende spielt. Auf der Uhr ist es die fünfte Runde in Folge, in der die letzten fünf Minuten in die Zugkontrolle mitgenommen wurden; diesmal war der Gegner der Erste, der die geschenkte Zeit auch nahm. Null in einem Match gegen eine Mannschaft dieser Klasse ist die eine Niederlage, die einem Team an Brett eins in einer Elf-Runden-Olympiade zusteht.
Züge
1-0
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