FM Ismet Mesic (BIH, 2226) vs FM Colin Federer (SUI, 2269) · ½-½
Brett 4, Schweiz gegen Bosnien und Herzegowina · Damengambit abgelehnt, Abtauschvariante, Reshevsky-Variante (D36) · 90 Minuten für 40 Züge, dann 30 Minuten, plus 30 Sekunden pro Zug
Von Bogner AI Coach KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Runde 10, Schweiz gegen Bosnien und Herzegowina, ein Match, das die Mannschaft nach dem 1 zu 3 gegen Serbien am Vortag wieder in Fahrt bringen sollte. Colin Federer sass mit Schwarz an Brett 4 gegen FM Ismet Mesic, im Rating nahe beieinander, und für den Tag einer der zwei Punkte, auf die die Schweiz gezählt hatte. Bänziger hatte an Brett 3 schon gewonnen, Bogner und Peng an eins und zwei standen noch im Spiel. Ein halber Punkt an Brett 4 hält das Brett und lässt das Match rechnerisch offen.
Die Eröffnung ging in die Abtauschvariante des Damengambits, die Reshevsky-Variante: eine Struktur, in der Weiss die Minorität am Damenflügel spielt und Schwarz das Zentrum hält. Es wurde eine Partie ohne Katastrophe und ohne Durchbruch, mit vier Stellen, an denen der objektiv beste Zug nicht auf dem Brett landete, und einer Stelle, an der Weiss selbst die Spannung abgab. Am Ende ein Springerendspiel und eine Wiederholung im 45. Zug. Nach drei Runden, in denen die Uhr Federer in die Enge gedrängt hatte, blieb sie diesmal draussen: im 40. Zug noch vierundzwanzig Minuten auf der Uhr.
Der Bauernzug, den keine Figur brauchte: 17...g6
Weiss hatte den Springer eben von e2 nach c1 zurückgeholt, ein Manöver, das sich für Sb3 nach c5 oder für Sd3 offen hält und im Moment nichts droht. Schwarz hatte alle Figuren entwickelt, die Türme standen bereits auf a8 und e8, und die Frage war schlicht, wohin die Dame und der Läufer auf c8 gehen. hält die Dame flexibel in der Mitte und deckt den Bauern auf d5, entwickelt den Läufer und verbindet die Türme. Beides sind einfache, gute Züge, und beide sind objektiv gleich stark.
Gespielt wurde , ein ruhiger Bauernzug ohne konkretes Ziel. Objektiv ist es eine kleine Ungenauigkeit, gut einen Drittelbauer: aus einer ausgeglichenen Stellung wird eine mit knappem weissen Vorteil. Praktisch ist es ein Zug aus Vorsicht, der dem König Luft gibt und dem Springer h5 später ein Feld auf g7 öffnet. Nur nimmt er sich mit dem Bauern nichts mit, was diesen Bauernzug gerade jetzt gebraucht hätte.
Die Regel dahinter ist keine schwierige, sie wird nur oft vergessen: in einer ruhigen Stellung ohne konkrete Drohung gehört der Zug der Figur, die noch ein Feld sucht, nicht dem Bauern, der eine Struktur festschreibt. Bauernzüge sind Entscheidungen, die man später nicht mehr rückgängig macht; Figurenzüge sind es meistens nicht.
FM Ismet Mesic (BIH, 2226)
FM Colin Federer (SUI, 2269)
Der Damentausch ausgeschlagen: 19...De6
Weiss hatte die Dame nach c5 gestellt und griff die schwarze Dame direkt an. Objektiv am besten war , ein Endspiel, das Schwarz mit aktiven Springern gegen einen weissen Bauern auf c5 halten muss. Ausgeglichen, aber Arbeit für beide Seiten.
Colin Federer sass fast fünfzehn Minuten an dieser Stellung und wählte , den Rückzug, der die Damen auf dem Brett hält. Es ist objektiv eine kleine Ungenauigkeit, gut einen Drittelbauer, und der Zug ist trotzdem einer, den man an einem Mannschaftsbrett nicht wirklich kritisieren mag. Der Gegner hatte an dieser Stelle keinen anderen Plan als den Damentausch, und wer keinen anderen Plan hat, gewinnt aus einem Damentausch selten etwas dazu.
Zwei Züge später versuchte Weiss es mit ein zweites Mal, und wieder ging die Dame nach e6. Danach zog Weiss die Dame nach c2 zurück und wechselte den Plan: die Türme kamen an die a-Linie. Objektiv war der Tausch der bessere Weg. Praktisch war der zweite Weg der einfachere. Die Regel dahinter ist eine des Mannschaftskampfes: wer den halben Punkt sucht, gibt keine Komplikationen für ein Endspiel her, in dem er zwei Stunden lang exakt spielen muss.
FM Ismet Mesic (BIH, 2226)
FM Colin Federer (SUI, 2269)
Die Vereinfachung, die den Vorteil nahm: 28.Txa8
Zwei Züge davor hatte Federer gespielt, den Springer von h5 auf ein passives Feld, statt , dem aktiven Zug, der den weissen Läufer zum Tausch zwingt und den Damenflügel gleich löst. Es war ein Drift von einem knappen halben zu einem Dreiviertelbauern, immer noch keine verlorene Stellung, aber die klarste Chance zum Ausgleich gab Schwarz damit aus der Hand.
danach war der beste Zug in der Stellung: er zwingt den weissen Läufer auf d3, entweder zu tauschen oder die Diagonale h7-b1 zu räumen. Ein sauberer Verteidigungszug in einer nicht ganz einfachen Stellung, ohne Zeitverlust gespielt.
Der weisse Zug, den die Stellung fordert, heisst , eine Stellung, in der Weiss den Freibauern auf a6 hat und weiter mit gut einem halben Bauern voran steht. Gespielt wurde , und mit dem Turmtausch verschwand der weisse Vorteil auf etwa einen Fünftelbauer. Es war noch nicht Remis in dem Moment, aber es war der Übergang zu einer Stellung, in der Schwarz nichts Konkretes mehr zu verteidigen hatte. FM Ismet Mesic hatte einen kleinen Vorteil und wählte den Zug, der am schnellsten zum Endspiel führt, statt den, der den Vorteil weiterträgt. So kippt eine Partie ohne Fehler ins Remis: nicht durch einen Schnitzer, sondern durch eine Vereinfachung, die die Chancen der besseren Seite mit vom Brett nimmt.
FM Ismet Mesic (BIH, 2226)
FM Colin Federer (SUI, 2269)
Zwei Springer halten das Endspiel
Nach all den Tauschmanövern der letzten fünfzehn Züge stand das Endspiel: Weiss mit Springer und Läufer, Schwarz mit zwei Springern, gleich viele Bauern, kein Bauer isoliert, beide Könige auf dem Weg zur Mitte. Der schwarze Springer auf b8 deckt a6 und d7, der Springer auf b6 deckt a4, c4 und d5, und keine der Kombinationen aus Sb7, Sc5 und Kd3 kommt an einem der beiden vorbei. Der weisse Läufer auf f5 ist die stärkste Figur des Endspiels, aber er hat keine Schwäche im schwarzen Lager, an die er sich anlehnen kann.
Im 41. Zug begann die Wiederholung: . Der weisse Springer sucht zwischen b7 und c5 nach einer Kombination, findet weder auf dem einen noch auf dem anderen Feld einen Zug, der Material gewinnt oder ein Feld überlädt, und der schwarze König pendelt jedes Mal auf ein Feld, auf dem er nicht angreifbar ist. Nach der dritten Wiederholung wird die Partie remis gegeben.
Die Regel dazu ist eine der elementaren des Endspiels: bei gleichem Material und symmetrischer Struktur reicht es, wenn eine Seite die Verteidigungsfiguren auf den richtigen Feldern hat. Zwei Springer auf b6 und b8 sind für einen Läufer plus Springer plus König genug Bewachung; und wenn der Gegner keine Schwäche zum Angreifen hat, ist der halbe Punkt nicht mehr eine Frage der Zeit, sondern der Ruhe.
FM Ismet Mesic (BIH, 2226)
FM Colin Federer (SUI, 2269)
Fazit
Ein halber Punkt an Brett 4 mit Schwarz gegen einen im Rating nahe stehenden Gegner, in einer Partie ohne offensichtlichen Fehler, aber mit vier Stellen, an denen der objektiv beste Zug nicht gespielt wurde: statt eines Figurenzugs, zweimal der Damentausch ausgeschlagen, und im 26. Zug der Springer nach g7 statt nach c4. Keiner dieser Züge war ein Schnitzer, und keiner war objektiv der beste, und trotzdem hielt die Stellung, weil Weiss selbst im 28. Zug mit Txa8 die Spannung vom Brett nahm, statt mit Sf4 den Vorteil weiterzutragen. Von da an ging es sauber ab: der Damentausch auf b7, die Manöver der Springer, die Wanderung der Könige, die Wiederholung im 45. Zug.
Nach den drei letzten Runden, in denen Colin Federer in Zeitnot geraten war, blieb die Uhr diesmal ausserhalb der Partie: keine Sekunde weniger als etwa vierundzwanzig Minuten, viereinhalb Stunden lang. Für die Mannschaft ist der halbe Punkt an Brett 4 das Minimum, das man von einem Schwarzbrett gegen einen fast gleich starken Gegner erwartet, und in einem Match, in dem an eins und zwei die Ergebnisse noch offen waren, war er die stabile Seite eines noch offenen Tages.
Züge
½-½
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