GM Gukesh D (IND, 2703) vs GM Daniel Howard Fernandez (ENG, 2542) · 1-0
Brett 1, Indien gegen England · Französisch, Vorstossvariante, Euwe-Variante (C02)
Von Professor Zugzwang KI-Coach . Diese Analyse wurde von einem KI-Coach von Bogner Chess geschrieben.
Brett 1 im Kampf Indien gegen England: Gukesh D mit 2703 gegen Daniel Howard Fernandez mit 2542, und auf dem Brett die Französische Verteidigung. Gukesh schob im dritten Zug auf e5 vor, Fernandez löste die Spannung mit auf, und danach stand eine Stellung, die beide Seiten spielen können: Weiss hat den isolierten Bauern d4 und die offene c-Linie, Schwarz hat die Bauern d5 und e6 und muss den Druck auf c6 aushalten.
Gukesh hat diesen Druck in zehn Zügen zu rund anderthalb Bauern Vorteil verdichtet, ihn im 25. und im 29. Zug zweimal zurückgegeben und im 40. Zug in einem ausgeglichenen Damenendspiel gestanden. Entschieden hat die Partie ein Königszug: , der den schwarzen Bauern f3 stehen lässt, statt ihn zu nehmen. Fernandez gab in diesem Moment auf.
Drei Züge für einen Läufer: 20.Lb5
Der schwarze Läufer hat die Züge 17 bis 19 damit verbracht, von d7 nach e8, von e8 nach h5 und wieder zurück nach e8 zu gehen. Das ist kein Herumirren, sondern Pflicht: greift den Springer c6 an, und von e8 aus ist der Läufer die einzige Figur, die ihn deckt. stellt einen zweiten Angreifer dazu, und damit ist die Deckung zu wenig.
Der Springer muss ziehen, und nach a7 geht er, weil er von dort den Läufer b5 angreift und sich ein Tempo zurückholt. ist der Plan dahinter: beide Türme auf die c-Linie, die Dame nach b5, der Springer c6 für immer festgenagelt. Fernandez wollte das nicht und spielte . Der Zug nimmt der weissen Dame das Feld b5 und gibt dafür a5 und c5 her, denn der Bauer b6 hatte bis dahin beide gedeckt.
Der Unterschied zu ist in Zahlen klein, ein knappes Viertel eines Bauern, im Plan aber gross. Die Frage dahinter lohnt sich in jeder Partie: Welche gegnerische Figur hat gerade eine Aufgabe, und wie viele Züge hat sie dafür gebraucht? Ein Läufer, der drei Züge investiert hat, um einen Springer zu decken, ist die Figur, die Sie tauschen wollen. Sie tauschen nicht die Figur, Sie tauschen die drei Züge.
GM Daniel Howard Fernandez (ENG, 2542)
GM Gukesh D (IND, 2703)
Erst tauschen, dann aufstellen: 25.Txc8
Weiss steht hier rund anderthalb Bauern besser, und der Grund dafür hat einen Namen: a5. Der Turm, der diesen Bauern gedeckt hat, ist gerade nach c8 gegangen, und der Bauer b6, der ihn vorher gedeckt hat, steht seit dem 22. Zug auf b5. Der Bauer a5 gehört Weiss, man muss ihn nur holen.
ist die ganze Ausführung: erst verschwindet der Turm, dann fällt der Bauer, und Weiss ist sauber einen Bauern vorne. Gespielt wurde , und auf e5 steht der Läufer wirklich schön. Nur schenkt der Zug Schwarz ein Tempo, und Fernandez wusste genau, was er damit anfängt: , und von b6 aus deckt der Läufer den Bauern a5. Derselbe Turmtausch, einen Zug später, und der Bauer ist nicht mehr zu holen.
Aus anderthalb Bauern sind damit gut ein halber geworden. Die Lehre geht gegen das Gefühl, denn sieht nach einem guten Zug aus und ist auch einer: Ein Abtausch, den beide Seiten ohnehin machen werden, bleibt trotzdem eine Frage des Zeitpunkts. Bevor Sie einen guten Zug machen, fragen Sie, was der Gegner mit dem Tempo anfängt, das Sie ihm damit schenken. Hier war die Antwort ein Läuferweg von f6 über d8 nach b6, und dieser Weg hat einen ganzen Bauern gerettet.
GM Daniel Howard Fernandez (ENG, 2542)
GM Gukesh D (IND, 2703)
Der Läufer steht der eigenen Linie im Weg: 29.Sxe6
Der Springer c5 greift e6 an, gedeckt wird e6 nur von der Dame e8, und das reicht, solange der Turm e1 nichts sieht. Er sieht nichts, weil der eigene Läufer auf e5 davorsteht. Nach ist die Linie geräumt, und zwar mit Tempo: Der Turm e1 greift die Dame e6 an, der Läufer g7 greift den Turm f8 an, und beides zugleich ist nicht zu halten.
Schwarz muss auf e6 nehmen, alles andere kostet mehr als drei Bauern. Danach ist die Folge erzwungen: . Mit dem König zu nehmen verliert die Dame: , und Weiss steht rund fünf Bauern besser. Am Ende der Hauptvariante hat Weiss Dame, Springer und sechs Bauern gegen Turm, Läufer, zwei Springer und vier Bauern, der schwarze König steht ohne Deckung auf g7, und das ist gut anderthalb Bauern für Weiss.
Gespielt wurde , und dann tauscht Schwarz mit in eine Stellung ab, in der der Springer c6 alles blockiert. Der Unterschied sind knapp ein halber Bauer und die Frage, ob Weiss noch zwingt oder nur noch drückt. Die Regel dazu ist kurz: Bevor Sie eine Figur zurückziehen, schauen Sie nach, welche eigene Linie sie gerade versperrt. Ein Läufer vor dem eigenen Turm ist keine Figur, er ist ein Abzug, der auf seinen Moment wartet. Etwa einer von fünfundzwanzig Spielern findet hier.
GM Daniel Howard Fernandez (ENG, 2542)
GM Gukesh D (IND, 2703)
Den Bauern stehen lassen: 49.Kg3
Nach dem 40. Zug stand ein ausgeglichenes Endspiel auf dem Brett: Weiss einen Bauern mehr, Schwarz dafür den Bauern f3 mitten im weissen Lager. Beide hatten nach der Zeitkontrolle über zwanzig Minuten, und trotzdem wechselte die Partie in den folgenden acht Zügen mehrmals die Seite. Gukesh stand nach klar besser und hatte im 44. Zug den Gewinn in der Hand; mit und gab er ihn wieder her. Im 48. Zug hatte Schwarz genau einen Zug, der hält: , und die Schachs hören nicht auf. Gespielt wurde .
Damit steht der Bauer f3 zum Schlagen bereit, und fast die Hälfte aller Spieler würde ihn nehmen. wirft den Gewinn weg: , und die Stellung ist wieder ausgeglichen. Der Bauer f3 ist für Weiss auf dem Brett mehr wert als in der Tasche, denn er versperrt der eigenen Dame die dritte Reihe, so wie der weisse Bauer f2 ihr die zweite versperrt. lässt ihn genau deshalb stehen, und Schwarz hat danach zwei Schachs, die beide die Dame hergeben: und .
Der Rest ist Technik: lässt Turm gegen Turm vom Brett und hinterlässt ein Damenendspiel mit einem Mehrbauern und dem Freibauern c5, und das gewinnt Weiss. Fernandez gab nach auf. hätte genauso gewonnen, und auch dieser Zug lässt den Bauern f3 stehen. In Damenendspielen zählen Sie nicht Bauern, sondern Schachs: Bevor Sie etwas nehmen, was neben Ihrem König steht, schauen Sie nach, welche Linie Sie der gegnerischen Dame damit öffnen.
GM Daniel Howard Fernandez (ENG, 2542)
GM Gukesh D (IND, 2703)
Fazit
Ein Sieg an Brett 1 gegen einen Gegner mit 2542, und sauber war er nicht. Gukesh hatte den Vorteil zweimal fest in der Hand, im 25. Zug mit dem Turmtausch und im 29. mit dem Schlagzug auf e6, und beide Male reichte es danach noch zum Druck, aber nicht mehr zum Zwang. Im 40. Zug stand ein ausgeglichenes Damenendspiel auf dem Brett, und in den neun Zügen danach wechselte der Gewinn mehrfach die Seite. Gewonnen hat am Ende der Spieler, der im 49. Zug noch einmal genau gerechnet und auf einen geschenkten Bauern verzichtet hat. Das ist die Partie in einem Satz, und sie ist auf jedem Niveau dieselbe: Entschieden wird selten dort, wo der Vorteil entsteht, sondern dort, wo einer ihn nicht mehr hergibt.
Züge
1-0
War diese Analyse hilfreich?